Darmstadt 98 zerlegt kiel nach rot-debakel und springt auf platz zwei
Ein Schlag auf den Knöchel, ein Pfiff, Platzverweis – und die Böllenfalltor-Welle schwappt. Darmstadt 98 nutzt das frühe Rot-Debakel von Kiels StürmerMarcus Müller gnadenlos, schießt sich mit zwei Toren nach der Pause in den direkten Aufstiegsrang.
Trainer Florian Kohfeldt musste auf Hornby, Corredor und Pfeifer verzichten, seine Not-Elf blieb dennoch kalt. Erst rettete Aleksandar Vukotic auf der Linie, dann schlug Isac Lidberg zu: 48. Minute, 1:0. Vier Zeigerumdrehungen später donnerte Niklas Schmidt das Leder aus 18 Metern zum 2:0 ins Netz – Kiels Abwehr stand wie gelähmt.
Statistik lügen nicht: 71 % ballbesitz, 16:4 torschüsse
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Mit einem Mann mehr dominierte der SVD die Zweikämpfe, ließ Kiel nie zur Entfaltung kommen. Schmidt hätte sogar das 3:0 erzielt, scheiterte aber am Pfosten und später aus spitzem Winkel. Die Störche kamen nur einmal gefährlich vorbei, als Jonas Therkelsen in Rücklage den Ball übers Tor hob.
Kohfeldt wechselte früh Petretta ein, der Linksverteidiger schlug sofort eine Sprint-Flanke, die Schmidt per Direktabnahme knapp verpasste. Die Kurve sang, die Lilien liefen. Selbst als Kiel mit fünf Ketten dichtmachte, fanden die Südhessen Lücken – und das ohne ihre Top-Torjäger.

Tabellenblick: schalke vorne, darmstadt dicht dahinter
Mit 52 Punkten springt Darmstadt auf Platz zwei, weil Paderborn in der Nachspielzeit noch den Ausgleich kassierte. Der Vorsprung auf Platz drei beträgt zwei Zähler, das Verfolgerfeld bleibt eng. Schalke führt mit 55 Punkten, doch der SVD hat ein Spiel weniger ausgetragen. Die Rechnung ist simpel: gewinnen, dranbleiben, aufsteigen.
Am Böllenfalltor herrscht wieder Glaube. Die Lilien haben in den letzten fünf Partien dreizehn Punkte geholt, kassierten dabei nur zwei Gegentore. Die Defensive um Maglica und Vukotic wirkt reifer, die Offensive giftiger. Und wenn Hornby und Corredor zurückkehren, könnte der Aufstiegszug erst richtig Fahrt aufnehmen.
Die nächste Hürde heißt Hannover 96, auswärts, Anstoß Sonntag, 13.30 Uhr. Für Kiel wird’s eng: Die Störche rutschen auf Platz zehn ab, der Abstand zum Relegationsplatz schrumpft auf vier Punkte. Trainer Tim Walter muss seine Idee von mutierendem Possession-Fußball neu justieren – sonst droht der Abstiegsstrudel.
