Culbreath: vom trainingslager-test zum bundesliga-star!
Montrell Culbreath, das Shootingstar von Bayer Leverkusen, sorgt derzeit für Furore. Der 18-Jährige spricht im Exklusiv-Interview mit Sport BILD über Nervosität, die Entscheidung für Deutschland statt der USA und sein großes Vorbild Ronaldinho. Ein junger Mann, der mehr zu bieten hat als nur blitzende Talente.
Der weg vom flamengo-test zum bundesliga-debüt
Noch im Sommer schoss Culbreath im Trainingslager-Testspiel gegen die U20 von Flamengo Rio de Janeiro das erste Leverkusener Tor der Saison 2025/26. Doch dieser Moment, so erzählt er, verblasst im Vergleich zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz beim 3:1 in Leipzig. Das Gefühl, auf dem Rasen zu stehen und ein Tor zu erzielen, ist unbeschreiblich – ein Wendepunkt in seiner jungen Karriere.
Nur wenige Wochen später, am 4. März in Hamburg, stand er dann erstmals in der Startelf vor 57.000 Zuschauern. Ein krasser Gegensatz zum Spiel vor 200 Zuschauern mit Leverkusens U19. „Man ist auf jeden Fall vor 57.000 Zuschauern nervöser!“, gibt Culbreath zu. „Aber irgendwann blendet man die Kulisse aus und genießt einfach den Moment.“

Ein platz im profi-team und die menschliche wärme
Der Wechsel in die Profi-Kabine war für Culbreath ein wichtiger Schritt. „Es ist schön, dass ich jetzt meinen Platz bei den Profis habe“, so der Youngster. Das Umziehen nebenan in der Gästekabine ist vorbei – jetzt sitzt er mit Ernest Poku, Nathan Tella und Ibo Maza zusammen, wo stets „gute Stimmung“ herrscht. „Die Umstellung war aber nicht so krass, weil mich alle menschlich sehr gut aufgenommen haben.“

Keine angst vor den stars – nur respekt und der wille zum siegen
Beim 1:1 gegen den FC Bayern zeigte Culbreath, was in ihm steckt, unter anderem durch seinen Ballgewinn gegen Luis Díaz. „Das sind auch nur Menschen“, sagt er selbstbewusst. Natürlich respektiert man Spieler wie Díaz, aber Angst? „Warum sollte ich Angst haben, gegen sie zu spielen, wenn es eine Riesenchance für mich ist?“ Seine Einstellung ist klar: Spaß haben und gewinnen!

Die entscheidung für deutschland und die em-träume
Culbreath spielt seit der U16 für den DFB, hat aber auch bereits drei Spiele für die U16 der USA absolviert. Die Frage, für welches Land er sich entscheidet, beschäftigt ihn offensichtlich. „Es ist auf jeden Fall eine große Ehre, für beide Länder spielen zu dürfen.“ Im Moment liegt der Fokus jedoch auf der EM mit der U19 in Wales. Ein Ruf aus den USA zur Heim-WM im Sommer? „Dass ich jetzt noch dafür eingeladen werde, ist eigentlich nicht zu erwarten“, schmunzelt er.
Vorbilder abseits des platzes und der glaube
Sportlich inspiriert ihn Ronaldinho – obwohl sein Spielstil ganz anders ist. Doch viel wichtiger ist ihm das Vorbild seiner Mutter. „Sie hat in der Vergangenheit so viel für mich getan und unterstützt mich immer noch enorm.“ Und dann ist da noch der Glaube: Culbreath ist evangelisch und liest regelmäßig die Bibel, auch auf Flügen, wo sie ihm ein Gefühl der Sicherheit gibt. „Ich habe Respekt vorm Fliegen, besonders vor Turbulenzen.“
Abitur-stress und klavier-träume
Neben dem Fußball absolvieren Culbreath noch die Schule und bereitet sich auf das Abitur vor. Sein Ziel: bestehen! Denn „bei Bayer 04 wird sehr darauf geachtet, dass diese wichtigen Dinge nicht zu kurz kommen.“ Und was kommt nach dem Abitur? „Ich möchte ein Instrument lernen. Früher wollte ich mal Gitarre spielen, jetzt habe ich mir vorgenommen, Klavierunterricht zu nehmen.“
Montrell Culbreath ist mehr als nur ein talentierter Fußballspieler. Er ist ein junger Mann mit klaren Zielen, einem starken Glauben und dem unbedingten Willen, sich weiterzuentwickeln. Bayer Leverkusen hat mit ihm ein echtes Juwel an Land gezogen – und die Bundesliga kann sich auf weitere Highlights freuen. Der Aufstieg ist erst der Anfang.
