Cottbus jagt den türöffner: drei spiele, acht tage, ein traum

Kein Ostern, keine Pause, kein Atmen. Für Energie Cottbus beginnt am Samstag die Woche der Wahrheit – und sie endet mit dem Kopf entweder im Aufstiegsfieber oder im Grab der Träume.

Der plan: havelse als zündung, münchen als fegefeuer

14 Uhr in Havelse, fast schon Regionalliga. Der TSV hat 2026 nur zweimal gewonnen, kassiert wie ein Sieb, trotzdem warnt Dominik Pelivan: „Die schießen jedem ein Tor ein.“ Er erinnert sich an das 4:3 im Hinspiel, an die späte Ohnmacht, an die kalten Füße. Drei Punkte dort sind kein Bonus, sie sind Überlebenspflicht. Denn schon drei Tage später wartet 1860 München im Stadion der Freundschaft – und der braune Anzug der Sechzger passt plötzlich wieder wie angegossen.

Claus-Dieter Wollitz redet vom „Türöffner“, aber die Tür klemmt. Drei Spiele ohne Sieg haben die Tabelle auf den Kopf gestellt: aus 4 Punkte Vorsprung wurde 1 Punkt Rückstand, aus Spitzenreiter wurde Verfolger. Die Rechnung ist simpel: wer in Havelse stolpert, darf gegen München nicht einmal remis spielen, sonst ist Osnabrück nur noch Theorie.

Tolcay kehrt zurück, tolga bleibt außen vor

Tolcay kehrt zurück, tolga bleibt außen vor

Die gute Nachricht: Tolcay Cigerci ist wieder da. Der Spielmacher sah gegen Preußen Brandenburg 45 Minuten, spielte wie entfesselt, schaltet nun wieder Vollgas. Die schlechte: Bruder Tolga, Awortwie-Grant und Lucoqui fehlen weiter – Kreuzband, Adduktoren, Magen-Darm, alles dabei. Die Bank ist dünn, der Kader sieht aus wie ein Schweizer Käse. Wollitz’ Lösung: „Wir müssen mit dem rauschen, was wir haben – und das ist noch immer genug für die Zweite Liga.“

Die Uhr tickt. Noch acht Partien, 720 Minuten Fußball, in denen sich entscheidet, ob Cottbus zurück ins Profigeschäft kracht oder in der dritten Division versauert. Die Fans haben 8.000 Tickets für München gebucht, die Stadt plant schon mit Karfreitag-Krawallen, die Händler haben Aufstiegs-Shirts in der Schublade. Alles wartet auf dieses eine Erfolgserlebnis.

Am Ende zählt nur eins: wer jetzt zögert, wird nicht mehr gefragt. Havelse ist kein Gegner, es ist die letzte Warnung vor dem Abgrund. Und Cottbus? Cottbus mauert sich mit drei Siegen in acht Tagen einfach aus der Gefahrenzone heraus – oder ertrinkt im eigenen Anspruch. Die Uhr steht auf Ostern. Die Auferstehung oder das Ende der Saison.