Conte wirft seine super-vier ins tardini: parma muss gegen de bruyne & co. die hosen runterlassen

Um 15 Uhr im Tardini geht’s Schlag auf Schlag: Parma empfängt Napoli – und Antonio Conte schickt seine verrückteste Aufstellung des Jahres ins Rennen. Statt zu schonen, feuert er die „Fantastici Quattro“ gleichzeitig: De Bruyne und McTominay hinter der Sturmspitze Hojlund, links und rechts die Dampfmaschinen Spinazzola und Politano. Eine Ansage. Kein Test. Vollgas.

Parma setzt auf japanische ruhe und italienische wut

Cuesta, der Parmigianer-Interimsco, kann nicht mal auf seinen Top-Stürmer bauen: Pellegrino fehlt gesperrt. Also rotiert er zum Fünfer-Block, stellt Suzuki ins Tor und schickt Strefezza sowie Neuzugang Elphege nach vorn. Die Devise: Balleroberung durch Bernabé, Konter über Keita. Klingt nach Underdog-Kalkül, ist aber genau das Rezept, das Napoli in der laufenden Saison schon zweimal bluten ließ.

Die Partie ist mehr als ein Tabellen-Fight. Für Napoli geht’s um den Anschluss an die Champions-League-Ränge, für Parma ums reine Überleben. Beide Teams haben in den letzten Wochen gezeigt, dass sie Tore nicht erzwingen, sondern herbeiheizen – mit Pressing, mit offenen Visieren, mit dem Risiko, hinten eiskalt erwischt zu werden.

Milinkovic-savic statt meret: contes machtwort

Milinkovic-savic statt meret: contes machtwort

Die Torhüter-Debatte hat Conte mit einem Federstrich beendet: Milinkovic-Savic bekommt den Vorzug vor Meret, der zuletzt patzte. Dahinter die Dreierkette mit Juan Jesus, Buongiorno und Olivera – alles Läufer, alles Zweikampfmonster. Davor die Doppelsechs Lobotka/Anguissa, die nicht nur verteidigt, sondern sofort wieder lossprintet. Die Choreografie ist klar: Parma früh stören, dann ruck-zuck durch die Mitte. Wer die erste Welle übersteht, darf sich auf De Bruyne freuen – und der belgische Zauberer traf in seinen letzten drei Pflichtspielen vier Mal.

Die Statistik spricht für die Gäste: Napoli blieb in acht der vergangenen neun Auswärtspartien ungeschlagen. Doch das Tardini ist kein Stadion, das sich nach Formtabelle richtet. Die Kurve drohnt, der Rasen ist eng, der Gegner hungrig. Und Conte? Der kaut Kaugummi, schreit, gestikuliert – und weiß: Verliert sein Ensemble heute, ist der Traum von der Königsklasse kein Traum mehr, sondern ein Alptraum.

Abpfiff 15 Uhr, Temperatur 18 Grad, leichter Wind. Perfektes Fußballwetter. Perfektes Theater. Wenn sich um 16.50 Uhr die Netze hinten im Tor winden, steht entweder Napoli wieder oben oder Parma lebt weiter. Es wird laut. Es wird eng. Und es wird sehr, sehr schnell.