Comithier bleibt: bonn bindet topscorer vorzeitig bis 2028
Alijah Comithier unterschreibt ein Jahr früher – und macht damit klar, dass er mit den Telekom Baskets nicht nur übermorgen, sondern übernächste Saison um Titel spielen will. Der 24-jährige Forward verlängert seinen eigentlich bis 2027 laufenden Vertrag bis 2028, wie der Club am Sonntag vor dem Heimspiel gegen Syntainics MBC verkündete.
Die Zahl, die alles sagt: 14 Punkte im Schnitt. Kein Bonner Spieler trifft häufiger, keiner wirkt so unbefangen in entscheidenden Momenten. Genau deshalb hatte Trainer Marko Stankovic den Amerikaner bereits im Sommer 2025 auf seine langfristige Liste gesetzt. „Wir bauen ein Gerüst für die nächsten Jahre“, sagt Stankovic, „und Alijah ist ein tragender Pfeiler.“
„Ich fühle mich wie familie“
Comithier selbst schwärmt nicht von Dollarzeichen, sondern von Gemeinschaft. „Bonn hat mich mit offenen Armen empfangen. Ich fühle mich wie ein Familienmitglied“, erklärt er nach der Vertragsunterzeichnung. Die Botschaft: Er will nicht nur Statistiken füllen, sondern Geschichte schreiben – und das am Rhein.
Die Vertragsverlängerung kommt zur rechten Zeit. Die Baskets schwanken zwischen Play-off-Platz und oberem Mittelfeld, doch die Chemie um Comithier, den athletischen Flügelspieler mit dem schnellen ersten Schritt, stimmt. Mit ihm auf der Zwei-Position und dem neuen Innenblock wird Bonn nächste Sahelt offensiv variabler, defensiv aggressiver.
Manager Michael Wenzel betont, dass die Aktion kein Einzelschritt ist: „Wir haben bereits mehrere Leistungsträger langfristig an uns gebunden. Das schafft Planungssicherheit und sendet ein Signal an potenzielle Neuzugänge: Hier darf man anbauen.“
Die Konkurrenz in der BBL reagiert mit einem Achselzucken, doch intern herrscht Jubel. Ein Scouting-Report der Liga wertet Comithier als „mismatch-nightmare“: Zu groß für Guards, zu schnell für Bigs. Bonn sichert sich damit ein Asset, das in Zeiten grassierender Transferkarusselle Seltenheitswert besitzt: Kontinuität.
Für die Fans ist die Verlängerung ein Geschenk vor dem Saisonendspurt. Die nächsten Heimspiele sind restlos ausverkauft, die #14-Trikots fliegen über die Ladentheke. Der US-Boy, der vor zwei Jahren noch in der G-League um Minuten kämpfte, avanciert zum Gesicht der Franchise.
Und Comithier? Der schmunzelt nur, wenn man ihn auf mögliche Angebote aus der Türkei oder Spanien anspricht. „Mein Fokus liegt auf Bonn. Wir haben hier noch was zu holen.“ Die Play-offs rücken näher, die Leistungskurve zeigt nach oben – und der neue Alte hat gerade erst angefangen.
