Comithier bleibt: bonn verlängert mit topscorer vorzeitig bis 2028
Alijah Comithier unterschreibt sofort, bevor der Gegner ihn buchstabieren kann. Die Telekom Baskets ziehen die Option auf 2028 und sichern sich damit ihren 14-Punkte-Mann schon jetzt.
Die zahlen dahinter
14,0 Punkte, 4,3 Rebounds, 1,2 Steals – das ist kein Allrounder, das ist ein Betonklotz in der Offensive. Mit 24 Jahren liegt Comithier im exakten Alter, in dem sich die Karriere entweder abnudelt oder explodiert. Bonn entscheidet sich für Explosion, zahlt wohl auch ein paar Euro mehr, aber spart sich dafür das nächste Sommer-Tam-Tam auf dem Transfermarkt. Die Ablösesumme bleibt intern, doch wer die Baskets kennt, weiß: Sie schließen nur dann vorzeitig zu, wenn der Spieler unter Marktwert unterschreibt. Ein Schnäppchen also, verpackt als Liebeserklärung.
„Bonn hat mich wie Familie aufgenommen“, sagt Comithier. Klingt nach Standard, ist aber ein Codesatz. In der Liga bedeutet Familie: keine Nachtclub-Sperrstunde, keine Einzelkämpfer-Rhetorik, dafür Sommercamps mit Kindern und TikTok-Duette mit dem Maskottchen. Genau diese Sozialpunkte machen Bonn für US-Profis attraktiver als Berlin oder München, wo die Anonymität größer und die Mieten höher sind.

Stankovic plant schon 2027/28
Trainer Marko Stankovic redet nicht von „Saisonzielen“, er redet vom „Grundgerüst“. Das Wort verrät mehr als alle Siegeshymnen. Er will keine Truppe, die sich jedes Jahr neu erfindet, sondern eine, die zusammenwächst, bis sie blind passt. Mit Comithier, Point Guard Michael Kessens und Center Jonas Wohlfarth-Bottermann stehen jetzt drei Langzeit-Gesichter fest. Der Kader bekommt ein Rückgrat, nicht nur ein Maskottchen.
Die Konkurrenz schaut neidisch. Bayern schießt sich auf 1-Jahres-Verträge ein, Alba verpflichtet Stars auf Leihbasis. Bonn dagegen baut ein Stadion-Team, nicht ein Instagram-Team. Das zahlt sich aus: In den letzten fünf Heimspielen blieb die Telekom Arena ausverkauft, die Merchandising-Umsätze klettern um 18 Prozent. Comithier trägt nicht nur Punkte, sondern auch Trikots – und die sind in Größe L schon jetzt für 2028 vorbestellt.
Am Sonntag trifft Bonn auf Syntainics MBC. Plötzlich ist das Spiel mehr als ein Tabellenplatz-Härtetest. Es ist die erste Station einer Reise, die drei Jahre dauern soll. Comithier wird wieder 14 Punkte machen, vielleicht 20, wenn er sich für seine neue alte Heimat bedankt. Und danach geht’s nicht in die Kabine, sondern auf die Tribüne, wo schon Kinder mit Jerseys „Comithier 2028“ stehen. Die Zukunft beginnt gegen Mitteldeutschland – mit einem Dunking und einem Handschlag, der länger währt als manche Karrieren.
