Claudio giráldez packt aus: warum er kein instagram braucht und aspas älter ist als er

36 Jahre, null Social-Media-Account, dafür LaLiga-Coach: Claudio Giráldez erklärt im Gespräch mit Brands & Players, warum er lieber mit Menschen als mit Likes arbeitet – und warum er trotz Tabellen-Nähe schläft wie ein Baby.

Von pc-fußball bis realität: der junge von nebenan übernimmt den club seines lebens

Er war der Typ, der den Trainer im Training nervte, weil er dessen Spielidee zerlegte. Heute sitzt Giráldez selbst auf der Bank, bespuckt kein Blatt mehr, sondern formt den Celta-Espirit. „Ich hatte damals einfach zu viele Fragen“, sagt er lachend, „heute muss ich die Antworten liefern.“

Die Antworten kommen. Vor zwei Jahren stieg er als jüngster Debütant der Liga ein, das Team hing im Sumpf. Er ließ das Apostel-System stehen, setzte auf Ballbesitz statt Panik. „Wir waren ein bisschen bekloppt“, gibt er zu, „aber ich traute meiner DNA.“ Die DNA: kurze Passstafetten, hohe Vertikalität, Aspas als Leuchtfeuer.

Dabei ist der Star ein Jahr älter als der Coach. Kein Problem, sagt Giráldez und streift die Altersfrage beiseite: „Iago ist unser Kompass. Wenn er morgens mit 36 noch Sprintrekorde bricht, kann sich keiner rausreden.“

Warum er instagram links liegen lässt und träume nicht liked

Kein Twitter, kein TikTok, nicht einmal WhatsApp-Status. „Ich will Gesichter sehen, nicht Avatare“, sagt er. Stattdessen checkt er Trainingsdaten, schaut Spieler in die Augen, feiert Siege mit Familien statt Followern. „Sichtbarkeit ist Nebensache. Punkte sind alles.“

Die Punkte lassen auf sich warten, aber die Mannschaft läuft. Physiologen bescheinigen ihr Frische bis Mai. „Wenn wir erstmal durch sind, träumen wir Europa“, sagt er. Davor aber: 40 Punkte. Alles andere ist PR.

Sein Vorbild-Kosmos reicht von Cruyff über Guardiola bis Luis Aragonés, doch das größte Kompliment erhielt er von Míchel. Der Girona-Coach habe nach einem Duell gesagt: „Ihr spielt mutig, wie wir.“ Für Giráldez ist das höher gelobt als jede Taktik-Statistik.

Wenn er irgendwann aufhört, will man sich erinnern: „Dass ich ehrlich war. Dass ich keine Spieler belog.“ Kein einziges Mal blickt er zurück und denkt: Hätte ich doch einen Post gemacht. Stattdessen checkt er die Tabelle – und schläft trotzdem sieben Stunden. Punkt.