Cissé flüchtet nach saudi-arabien – leganés verliert mittelfeld-motor
Seine Tasche war seit Wochen gepackt: Seuydouba Cisséverlässt CD Leganés nach fünf Jahren Richtung Naher Osten und unterschreibt beim saudischen Erstligisten Al-Kholood FC. Drei Jahre, kein Transfer, kein Cent Ablöse – dafür ein Schritt in ein Fußball-Paradies, das mit Gehaltsmillionspäckchen aufwartet.
Warum der guineer spanien den rücken kehrte
Die Verhandlungen mit Leganés liefen auf Hochglanz, endeten aber im Sommer im Sand. Keine Einigung über die Gehaltsstruktur, keine Einigung über die Rolle. Cissé signalisierte: Ich bleibe Profi bis zum letzten Tag, aber ich bleibe nicht länger. Die sportliche Leitung wusste Bescheid, die Trainerbank zog trotzdem die Reißleine – manche Nicht-Nominierungen in den letzten Wochen hatten Methode.
Optionen gab es genug: Betis, Cádiz, Rayo – allesamt LaLiga-Klubs mit konkreten Anfragen. Doch die saudische Offerte war es, die sofort Zahlen und eine Startgarantie versprach. Für einen 28-Jährigen, der in fünf Jahren 180 Liga-Einsätze und 14 Tore für die pepineros vorweisen kann, ein geschäftlich nachvollziehbarer Deal.
Sein Abschiedstor gegen Ceuta war fast schon filmreif: 90. Minute, Flanke, Volley, Netzpoltern – 1:0, Saison gerettet. Danach applaudierte die Tribüne, Cissé weinte nicht, er winkte nur. Die Botschaft war klar: Das war’s, Leute.

Was leganés jetzt fehlt
Die Balance im Mittelfeld. Cissé war nicht nur Ballgewinner, er war Schnittstelle zwischen Defensive und Angriff, ein Mann fürs Grobe und fürs Spielaufbauen. Trainer Borja Jiménez muss nun U-21-Star Óscar umschulen oder auf den freigewordenen Kapitän Rubén Pardo setzen. Die sportliche Planung gerät ins Wanken, denn die Kasse bleibt leer – keine Ablöse, kein Ersatz, nur ein Loch.
Al-Kholood wiederum feiert den ersten Hochkaräter der Wintervorbereitung. Mit Cissé gewinnt ein Klub, der erst vor zwei Jahren in die Pro League aufstieg, einen Champions-League-erfahrenen Sechser, der in Spanien gelernt hat, wie man Spiele kontrolliert. Die Liga investiert, die Spieler folgen – und Europa verliert.
Cissé selbst flog direkt nach Riad, unterschrieb bei 38 Grad im Schatten und postete ein Foto mit der Cap seines neuen Clubs. Kommentar: „Neues Kapitel, alte Härte.“ Für Leganés bleibt die Erkenntnis: Wenn Geld ruft, zieht es selbst treue Seelen über den Kontinent – und manchmal schlägt das Herz schneller als der Ball.
