Ferrero schlägt zurück: krebs-gerüchte sind 'komplett falsch'

Juan Carlos Ferrero ist es leid. Zum zweiten Mal binnen vier Monaten muss der Ex-Weltranglistenerste Gerüchte zurückweisen, er leide an Krebs. „Komplett falsch“, sagt der 46-Jährige knapp, aber nicht ohne Wut.

Warum ausgerechnet er?

Die Antwort liegt im Algorithmus. Ferrero ist nach seiner Trennung von Carlos Alcaraz weiter sichtbar – als Mentalcoach des Golf-Hoffnungsträgers Ángel Ayora, als Gast auf ITF-Juniorenturnieren in seiner Akademie Villena, als Markenbotschafter für BMW und Banca March. Jede öffentliche Auftritt liefert Bildmaterial, das sich neu zuschneiden lässt. Ein kranker Champion generiert Klicks, ein gesunder Coach nicht.

Die Masche ist einfach: Ein Twitter-Account postet ein Foto von Ferrero mit dunklen Ringen unter den Augen, dazu drei Worte „Pray for JC“. Die Story spült sich durch TikTok, WhatsApp-Gruppen und Telegram-Kanäle, bis sie irgendwo als „Exklusiv“ auftaucht. Ferrero bekommt Hunderte Nachrichten, seine Mutter ruft weinend an. „Das ist keine harmlose Lüge mehr, das ist digitaler Lynchmob“, sagt er.

Die industrie hinter dem leid

Die industrie hinter dem leid

Was sich wie ein Einzelfall liest, ist ein wachsender Markt. Plattformen zahlen pro 1.000 Views ein paar Cent – genug, um Kinderkrankenhäuser, Unfallopfer und nun eben Ferrero zu klickköderigen Diagnosen zu erklären. Die Moderatoren greifen erst ein, wenn genug Nutzer melden. Bis dahin ist das Schädigungspotenzial längst entfaltet.

Ferrero hat rechtliche Schritte eingeleitet, doch die Trolle sitzen oft außerhalb der EU. „Du jagst Gespenster“, sagt er. Stattdessen setzt er auf Transparenz: Sein Kalender ist öffentlich, seine Medicals liegen bei der spanischen Tennisföderation. „Wenn ich mich verstecke, gewinnen die.“

Am Montag fliegt er mit Ayora nach Marbella, wo der 19-jährige Golfer an der Qualifikation zum Alfred Dunhill Championship teilnimmt. Ferrero wird an seiner Seite stehen – als Coach, nicht als Patient. Die Bilder werden wieder online gehen. Und vermutlich braucht es nur ein Filter, bis das nächste Gerücht startet.

Die Lektion: Wer erfolgreich ist, muss heute nicht nur trainieren, sondern auch seine Gesundheitsdatie freigeben, um nicht zum Kronkranken erklärt zu werden. Ferrero hat sich entschieden, weiterspielen zu lassen – auf und neben der Bühne.