Chaos in der champions league: klubs rebellieren gegen englische dominanz
Die Champions League ist erst zwei Spielzeiten im Liga-Modus, schon droht die nächste Revolution. Europas Topklubs rebellieren – ihr Ziel: den englischen Albtraum stoppen.
Der plan, der die premier league treffen soll
Was lief schief? Drei der sechs englischen Teilnehmer landeten im Lostopf 1 – dem Klub der gefürchteten Schwergewichte. Die Folge: Kein Top-Team konnte in der Liga-Phase auf sie treffen, sie buchten sich 16 leicht verdiente Punkte gegen schwächere Gegner. Barcelona kassierte Newcastle, Chelsea durfte gegen Zypern-Aufsteiger Paphos ran. Das Ergebnis: Die Premier-League-Armada marschiert ungeschoren Richtung K.o.-Phase, während Bayern, Real und Co. sich gegenseitig die Knochen zwischen den Zähnen ausbeissen.
Die Lösung, die nun in den Chefetagen kursiert, ist so einfach wie brisant: den Länderschutz jetzt schon in der Gruppenphase kippen. Statt maximal zwei Gegnern aus derselben Nation würde dann jeder Klub auch interne Duelle ziehen – Bayern gegen Dortmund, Real gegen Atlético, Arsenal gegen Chelsea. Die Engländer würden sich selbst dezimieren.

Warum die uefa zögert
Doch der Plan hat einen Haken. Die UEFA sitzt zwischen den Stühlen. Die Klubs fordern mehr Spannung, gleichzeitig aber auch mehr Einnahmen. Interne Duelle garantieren zwar Spektakel, verringern aber die Wahrscheinlichkeit, dass alle sechs englischen Teams die K.o.-Phase erreichen – und genau das verkauft sich beim weltweiten TV-Markt am besten.
Dazu kommt: Die Fans sind gespalten. Die einen wollen endlich wieder den Klassiker Bayern–Dortmund in der Vorrunde sehen, die anderen fürchten, dass ihre Lieblinge sich vorzeitig gegenseitig eliminieren. Die UEFA spielt auf Zeit, weiß aber: Wenn sich im Sommer 2026 wieder fünf oder sechs Premier-League-Klubs für die Liga-Phase qualifizieren, wird der Druck unerträglich.
Der Ironie des Schicksals sei gedankt: Erst erfand man die Liga-Phase, um mehr Vielfalt zu schaffen. Jetzt zerreißt genau diese Vielfalt die Klubs. Die Champions League gerät zum Dauerkonstruktionsplatz – und das, bevor das neue Format überhaupt richtig angekommen ist.
