Hunziker schießt winterthur raus – und trifft basel ins herz
Andrin Hunziker jagt den FC Basel mit jedem Tor tiefer in die Krise. Der Leihstürmer von Winterthur erzielte bereits zehn Treffer – mehr als alle aktuellen FCB-Angreifer zusammen. Am Sonnton trifft er genau den Klub, der ihn nicht halten wollte.
Ein basler, der basel blamiert
Die Zahlen sind ein Spiegel, den sich die Basler Bosse nicht anschauen wollen. Hunziker traf in dieser Saison doppelt so oft wie Fabian Rieder, Darian Males und Kevin Carlos zusammen. Die Rechnung ist einfach: 0,5 Treffer pro 90 Minuten, dazu 3,2 Schüsse on Target. Kein FCB-Stürmer kommt annähernd an diese Werte heran.
Die Ironie: Vor einem Jahr war Hunziker nach dem Kreuzbandriss noch Abriss. Die dritte Leihe galt intern als Zeichen, dass der Vertrag 2025 endet. Doch in Winterthur wurde aus der Degradierung eine Befreiung. Erstmals seit der U15 spielt er durchgehend, erstmals seit der U15 ist er so torgefährlich wie damals, als ihn Basel selbst als „neuen Embolo“ feierte.

Warum basel ihn ziehen ließ
Im Winter klopfte der FCB an. Hunzikers Berater signalisierte Bereitschaft. Doch Winterthur stellte sich quer, die Ablöseforderung lag bei 1,5 Millionen – ein Betrag, den die Basler für einen Spieler, den sie selbst verpflichtet hatten, nicht zahlen wollten. „Wir haben keine Personalie für die Zukunft“, sagt Sportchef Reto Baumgartner lapidar. Intern heißt es, man habe „keine Stammplatzgarantie“ geben wollen. Hunziker selbst sagt nur: „Ich habe denen gezeigt, was sie verpassen.“
Das nächste Kapitel schreibt sich am Sonntag. Die Schützenwiese wird kochen, 8.500 Zuschauer, darunter 1.500 Basler. Hunziker wird in der Kabine sitzen, das BAZ-Interview in der Hand, in dem er sagt: „Als Basler ist es mein Traum, beim FCB zu spielen.“ Dann wird er auflaufen – gegen genau diesen Traum.
Die Bilanz: Wer zehn Tore schießt, darf fragen, warum er nicht zuhause spielt. Basel antwortet mit Schweigen. Hunziker antwortet mit dem nächsten Treffer. Die Saison ist noch lang, der Abstand nur zwei Punkte. Am Ende zählt nur eins: Tore. Und die schießt gerade einer, den Basel selbst weggeschickt hat.
