Champions league finale: norwegische stars im rampenlicht!

Oslo bebt! Am Samstagabend trifft im Ullevaal Stadion Barcelona auf Lyon im Finale der UEFA Women's Champions League. Für drei norwegische Spielerinnen wird es ein ganz besonderer Abend – Caroline Graham Hansen (Barcelona), Ada Hegerberg (Lyon) und Ingrid Syrstad Engen (Lyon). Christina Paulos, Expertin von TV2 Sport, analysiert die Ausgangslage und die Schlüsselrollen der norwegischen Nationalspielerinnen.

Barcelona oder lyon: wer krönt sich zur königin europas?

Die Frage, wer die Champions League gewinnt, ist schwer zu beantworten. Christina Paulos, eine erfahrene Journalistin, die zuvor bei Nettavisen und VG Sporten tätig war, gibt zu: „Es ist wirklich schwer, einen klaren Favoriten zu nennen. Barcelona hat in den K.O.-Runden eine beeindruckende Spielweise und Klasse gezeigt. Junge Spielerinnen wie Clara Serraj Jordi haben sich nahtlos integriert und auf höchstem Niveau performt. Lyon hingegen verfügt über einen unglaublichen Kader – sie könnten fast zwei Mannschaften aufstellen, die um den Titel kämpfen könnten. Ihre Siegermentalität ist unbestreitbar.“ Paulos erwartet ein intensives und ausgeglichenes Finale, in dem beide Teams alles geben werden.

Die norwegischen superstars: hegerberg und graham hansen – ungleich, aber unschlagbar

Die norwegischen superstars: hegerberg und graham hansen – ungleich, aber unschlagbar

Die Leistungen der norwegischen Spielerinnen sind schlichtweg herausragend. Paulos erklärt: „Es ist schwierig, die beiden zu vergleichen, da jede Epoche und jede Spielerin ihre eigenen Qualitäten hat. Aber für mich sind Ada Hegerberg und Caroline Graham Hansen die besten norwegischen Fußballerinnen aller Zeiten.“ Hegerberg, die Torjägerin schlechthin, ist eine „Maschine“, die seit ihrer Jugend Tore schießt und im gegnerischen Strafraum tödlich ist. Graham Hansen hingegen ist eine „Zauberin“, die mehr Chancen für ihr Team kreiert als selbst zu treffen. „Es ist unmöglich, zwischen den beiden zu wählen“, gesteht Paulos.

Besonders hervorzuheben ist die oft unterschätzte Caroline Graham Hansen. „Jeder, der den FC Barcelona und den internationalen Frauenfußball verfolgt hat, weiß, wie brillant sie als Spielerin ist. Aber ihre Persönlichkeit und ihr Wunsch nach einem ruhigen Leben abseits des Platzes haben ihr in der Vergangenheit möglicherweise geschadet“, so Paulos, die auch Mitglied des Ballon d'Or-Jurys ist. „Sie genießt ein unauffälliges Leben, ist nicht sehr aktiv in den sozialen Medien und vermeidet die eigene PR. Das führt manchmal dazu, dass man sie bei der Wahl zu den großen Auszeichnungen vergisst. Es ist erstaunlich, dass ihre erste Nominierung für den Ballon d'Or erst vor zwei Jahren erfolgte, nachdem sie jahrelang beim FC Barcelona alles gegeben hat. Sie verdient mehr Anerkennung.“

Ada hegerberg: comeback nach schweren verletzungen

Ada hegerberg: comeback nach schweren verletzungen

Auch Ada Hegerberg steht im Rampenlicht. Die ehemalige Ballons d'Or-Gewinnerin (2018) hat in den letzten Jahren mit schweren Kreuzbandrissverletzungen zu kämpfen gehabt. „Es ist unbestreitbar, dass sie eine andere Spielerin ist als damals. Sie ist nicht mehr auf dem gleichen Niveau, aber nach einigen schwierigen Jahren und nachdem sie im vergangenen Jahr beim Lyon nicht Priorität hatte, hat sie noch viel zu zeigen“, betont Paulos. „Wir haben in der Champions League 2022 gesehen, wozu Ada fähig ist, wenn sie in Topform ist. In dieser Saison ist sie bei Lyon wieder eine unverzichtbare Spielerin, und Barcelona muss sie ernst nehmen.“

Ingrid syrstad engen: ein besonderer abend in oslo

Ingrid syrstad engen: ein besonderer abend in oslo

Für Ingrid Syrstad Engen wird es eine emotionale Nacht in Oslo. Sie trifft auf ihren ehemaligen Verein, ihre Ex-Teamkolleginnen und – nicht zu vergessen – ihre Freundin. „Ingrid ist jedoch eine sehr professionelle Spielerin, und ich glaube nicht, dass ihre Emotionen sie beeinflussen werden“, so Paulos. „Sie hat sich bei Lyon seit ihrem Wechsel im letzten Sommer hervorragend entwickelt und ist zum ersten Mal seit langem eine Schlüsselspielerin.“ Engen, die von einem offensiveren Mittelfeldspieler zu einer zentralen Verteidigerin avancierte, ist eine der Führungsfiguren der norwegischen Nationalmannschaft und genießt in Norwegen große Popularität.

Ein stadion voller leidenschaft – und eine debatte

Ein stadion voller leidenschaft – und eine debatte

Die Wahl des Ullevaal Stadions mit einer Kapazität von 28.000 Zuschauern hat eine Debatte ausgelöst. Paulos verteidigt die Entscheidung: „Ich verstehe die Diskussion, aber das Ullevaal ist ein modernes Stadion mit exzellenten Einrichtungen für Teams, Fans und Medien. Bei Barcelona und Lyon, zwei Mannschaften, die in der Vergangenheit stets hohe Zuschauerzahlen bei ihren Finalspielen verzeichnet haben, wird erwartet, dass das Stadion ausverkauft ist. Ich bevorzuge ein kleineres, volles Stadion gegenüber einem großen, halbleeren.“

Norwegen, das in der FIFA-Weltrangliste den 13. Platz belegt, hat eine lange Tradition im Frauenfußball. „Wir waren eines der ersten europäischen Länder, das in den Frauenfußball investierte. Wir haben die Weltmeisterschaft 1995, die Europameisterschaften 1987 und 1993 und das olympische Gold 2000 gewonnen. Seitdem andere Länder mehr Ressourcen in den Frauenfußball gesteckt haben, ist Norwegen etwas zurückgefallen. Der Sport genießt jedoch in Norwegen große Akzeptanz und Respekt und erlebt einen Aufschwung. Der SK Brann hat in den letzten Jahren an Popularität gewonnen und verzeichnet durchschnittlich 3.500 Zuschauer bei seinen Heimspielen. Insgesamt müssen die anderen Vereine jedoch noch viel Arbeit leisten, um mehr Zuschauer anzuziehen, da die durchschnittliche Zuschauerzahl in der Liga letzte Saison bei etwa 750 lag.“

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