Chaibi trifft nach 42 sekunden: frankfurt entzaubert freiburg mit eiserner hand

42 Sekunden. Das reichte Farès Chaibi, um den Sport-Club aus der Spielanlage zu boxen. Die Eintracht besiegt Freiburg 2:0, rückt auf Platz acht – und plötzlich glaubt sogar die Nordwestkurve wieder an das Wunder vom Stadtwald.

Riera bannt das vogelwilde frankfurter chaos

Seit Albert Riera das Zepter übernahm, kassierte Frankfurt nur vier Gegentore – drei davon in München. Die restlichen 315 Spielminuten blieb das Netz sauber. „Wir wissen jetzt, wie wir verteidigen wollen“, sagt Kapitän Robin Koch. Die Statistik dahinter: Die Hessen lagen vor dem Duell mit Freiburg bei 1,8 xGA pro Spiel, danach nur noch bei 0,9. Die Breisgauer fanden kein Rezept, obwohl sie vor der Länderspielpause noch als heimliche Champions-League-Kandidaten galten.

Die Tore fielen nicht aus dem Nichts. Arnaud Kalimuendo vergab drei Hochkaräter, bevor Chaibi mit dem ersten Ballkontakt traf – ein Linksschuss aus 14 Metern, den Atubolu noch berührte, aber nicht mehr stoppen konnte. Der zweite Treffer war ein Konter im Minutentakt: Chaibi bediente Bahoya, der aus spitzem Winkel vollendete. Freiburg war gelaufen, die SGE erstmeldet.

Der eigentliche sieger heißt defensive

Der eigentliche sieger heißt defensive

Die Null steht nicht nur in der Tabelle, sondern auch in den Köpfen. Frankfurt agierte in einem 4-2-3-1 mit doppeltem Sechser-Schirm, das Freiburgs zentrale Durchstoßversuche im Keim erstickte. Christian Streich wechselte früh dreifach – vergeblich. Seine Elf kam zu keinem einzigen Schuss aus zentraler Position innerhalb des Strafraums. Die Hessen hingegen gewannen 58 % der Zweikämpfe in der Vorwärtsbewegung – Saisonbestwert.

Doch hinter dem Applaus lauert ein Stachel. Torhüter Kaua Santos zog sich eine Oberschenkelzerrung zu, fällt mehrere Wochen aus. Kevin Trapp rückt zurück ins Tor, und genau dort beginnt die nächste Prüfung: Gegen St. Pauli, Heidenheim, Mainz, Köln und Wolfsburg entscheidet sich, ob der Aufschwung mehr bleibt als ein hübscher Nebenschauplatz.

Der trainer bleibt allergisch auf euphorie

Der trainer bleibt allergisch auf euphorie

„Auch wenn wir 2:0 gewinnen, bin ich nicht komplett glücklich“, sagt Riera. Er sieht die Ballverluste in der ersten Viertelstunde, das mangelnde Umschaltspiel nach dem 2:0. Sein internes Codewort lautet „Prozess“, nicht „Platz“. Die Mannschaft hat verstanden: Wer jetzt denkt, das Schlimmste liegt hinter ihnen, rutscht wieder in die alte Fehlzone.

Die Fans feier trotzdem. In der 85. Minute skandierte die Kurve: „Die SGE ist wieder da.“ Ein Satz, der vor einem Monat noch wie Hohn geklungen hätte. Jetzt klingt er wie ein Versprechen – mit Verfallsdatum Ende März. Denn wenn Frankfurt die Kellerkinder nicht erlegt, bleibt der Frühjahrsputz nur eine hübsche Fußnote in einer Saison, die am Ende doch wieder mit dem Satz endet: Das Vogelwilde ist zurück.