Celta jagt wunder gegen freiburg – nur die krankenakte blockiert
Balaídos soll wieder ein Hexenkessel werden. Drei Tore braucht der Celta, um das 0:3 aus dem Schwarzwald zu kassieren, und die Uhr tickt schon laut. Donnerstagabend, 21:00 Uhr, Europa-League-Viertelfinal-Rückspiel – das Stadion wird kochen, aber die medizinische Abteilung dampft noch mehr.
Stafelt und hugo álvarez laufen gegen die zeit
Claudio Giráldez rechnet intern mit einem „Plan B ohne Netz“, sagt jemand aus dem Trainerteam. Der Grund: Carl Stafelt hat seit drei Wochen eine Lumbalgie, die sich nach seinem Einsatz für Schweden vor zehn Tagen noch verschärfte. Der Innenverteidiger kann kaum eine Flanke aus dem Stand schlagen, ohne dass die Rückenmuskulatuur verkrampft. „Wenn er sich am Mittwoch nicht ohne Schmerzen aufwärmt, lassen wir ihn daheim“, zitiert die spanische Presse den Physiotherapeuten.
Hugo Álvarez wiederum turnt bereits mit leichtem Gewicht, aber ein Grad-II-Banderriss am linken Außenknöchel braucht eigentlich 14 Tage – wir haben nur 11 verstrichen. Der 21-Jährige sollte gegen Freiburg eigentlich für Dauerpressing stehen, stattdessen humpelt er von einem Reha-Gerät zum nächsten. Die Knöchelschlinge ist sein bester Freund, der Rasen noch sein größter Feind.

Javi rodríguez und ristic dagegen fit – román fällt komplett raus
Positiver sieht es bei Javi Rodríguez aus, der gegen Oviedo nur zuschauen musste, weil Gelb ihn stoppte. Ristic spürte nach dem Spiel Adduktorenzicken, die Untersuchung ergab aber nur Mikroverspannungen – beide werden startbereit sein. Miguel Román? Saison vorbei. Kreuzband. Ein emotionsgeladener Abgang, der die Kabine wütend macht und zugleich zusammenschweißt.
Giráldez wird rotieren, aber nicht verbiegen. Iago Aspas bleibt nomineller Neuner, Beltrán soll die Räume zwischen den Freiburger Ketten zündeln. Die taktische Marschroute: frühes 4-4-2, Bälle an den zweiten Pfosten, dort wo Freiburg mit Ginter und Lienhart am unbeholfensten wirkt. Die Zahlen? Celta schoss in dieser Europa-League-Saison 47 % seiner Tore nach Standards – ein Hoffnungsschimmer, wenn denn Stafelt doch noch aufläuft.
Am Ende zählt nur eins: drei Treffer, kein Gegentor, 90 Minuten Herzinfarkt-Fußball. Die Wettquoten sprechen eine klare Sprache: 17 % Wahrscheinlichkeit für das Weiterkommen. Im Klub nennt man das „unser Barcelona 2016“ – damals drehten die Galicier ebenfalls einen 0:3-Rückstand gegen den FC Barcelona im Copa-del-Rey-Achtelfinale. Geschichte wiederholt sich nie, sagt man. Aber sie liefert eine Blaupause für Mutige.
