Byd schickt schockwellen nach europa: luxus-elektroautos aus china erobern den markt

Die chinesische Automarke BYD ist auf dem Vormarsch – und das nicht nur in China selbst. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gelingt es dem Konzern nun auch in Europa, Kunden zu gewinnen. Doch BYD setzt nicht länger nur auf Massenmodelle, sondern erweitert sein Portfolio um exklusive Marken, die das Premiumsegment herausfordern.

Denza, fangchengbao und yangwang: byds angriff auf die luxusklasse

Während BYD selbst für den breiten Markt steht, positionieren sich Tochtermarken wie Denza (mit einem Hauch von Audi und Lexus), Fangchengbao (der rebellischen Alternative mit Anleihen bei Ineos und Land Rover) und vor allem Yangwang für eine anspruchsvollere Kundschaft. Yangwang zielt direkt auf Käufer von McLaren oder Lotus, die bisher wenig auf den Preis geachtet haben. Ob diese Zielgruppe sich von einem chinesischen Elektroauto überzeugen lassen kann, bleibt abzuwarten – doch die technischen Daten des U9 sprechen eine deutliche Sprache.

Der U9, das Flaggschiff von Yangwang, beschleunigt in 2,3 Sekunden auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 392 km/h. Dank seiner 800-Volt-Architektur sind blitzschnelle Ladezeiten möglich. Das Monocoque-Chassis aus Kohlefaser trägt zur Gewichtsreduktion bei und unterstreicht den sportlichen Anspruch. Die Leistungswerte sind beeindruckend: 1.306 PS in der Standardversion und satte 2.978 PS in der Xtreme-Variante, die eine Höchstgeschwindigkeit von 495 km/h erreicht – ein neuer Weltrekord für Elektrofahrzeuge, zertifiziert durch ATP Automotive Testing in Papenburg.

Ein tanz auf dem drahtseil: exklusivität und preis

Ein tanz auf dem drahtseil: exklusivität und preis

Yangwang spielt mit dem Feuer, wenn es darum geht, traditionelle Luxusmarken herauszufordern. Die Optik des U9 erinnert an Maserati oder McLaren, doch das Design ist eigenständig und auffällig. Die schwingenden Türen im Stil eines Supercars, die markante LED-Leiste namens 'Interstellar' und die optionalen, riesigen Heckflügel machen das Fahrzeug zu einem Blickfang. Die Ingenieure haben sich nicht mit halben Sachen zufrieden gegeben: zwölf aerodynamische Elemente, darunter aktive Elemente zur Kühlung der Batterie, sorgen für optimalen Abtrieb und geringen Luftwiderstand.

Im Innenraum dominieren Leder und Alcantara, ergänzt durch stimmungsvolle LED-Beleuchtung. Ein vertikaler Touchscreen und physische Bedienelemente sorgen für eine intuitive Bedienung. Doch der U9 ist kein Alltagsauto. Der Kofferraum ist minimal, und der Ein- und Ausstieg erfordert etwas Geschicklichkeit – vor allem in Rennhelmen.

Mehr als nur zahlen: ein hauch von wahnsinn

Mehr als nur zahlen: ein hauch von wahnsinn

Während der Test auf dem kleinen Testparcours in Zhengzhou aufgrund der begrenzten Zeit und der schieren Leistungsentfaltung des U9 etwas verkürzt war, hinterließ der Wagen einen bleibenden Eindruck. Die Lenkung ist präzise, die Karosserie liegt auch bei hohen Geschwindigkeiten stabil auf der Straße – dank des adaptiven Luftfederungssystems DiSus-X, das sogar das Anheben einzelner Räder ermöglicht, um Hindernisse zu überwinden. Ein Detail, das man so in einem Supercar selten sieht: Yangwang hat es für sich entschieden, das Auto zum Tanzen zu bringen – ein skurriler, aber unterhaltsamer Gag.

Die vier Elektromotoren, einer pro Rad, sorgen für eine beeindruckende Beschleunigung und Traktion. Die Bremsen sind zwar kraftvoll, erfordern aber eine gewisse Eingewöhnung. Ob Yangwang den U9 für den europäischen Markt optimieren wird, bleibt abzuwarten. Die Faszination des U9 liegt jedoch nicht nur in seinen technischen Daten, sondern auch in seinem gewissen Hauch von Wahnsinn.