Bvb-finanzen: gadou-deal könnte nur der anfang sein!

Dortmunds Transferfenster steht unter keinem guten Stern. Während die Schwarz-Gelben mit Joane Gadou einen vielversprechenden Youngster verpflichteten, stellt sich die Frage, wie der BVB seine ambitionierten Ziele in der kommenden Saison erreichen will, wenn die Kasse fast leer ist. Ein Minus von bis zu 27 Millionen Euro im laufenden Geschäftsjahr droht – ein Alarmsignal für die Verantwortlichen.

Die gadou-verpflichtung: ein teurer einstieg

Der Transfer des 19-jährigen Verteidigers aus Salzburg hat’s in sich: 19,5 Millionen Euro Ablöse plus bis zu 4,5 Millionen Euro an Boni. Das Gros des Budgets, das auf rund 25 Millionen Euro beziffert wurde, ist damit schon verbraucht. Und Edin Terzić wünscht sich Verstärkung im zentralen Mittelfeld und einen kreativen Spielmacher – wie soll das gehen?

Die Verantwortlichen um Sport-Geschäftsführer Lars Ricken und Sportdirektor Ole Book schweigen beharrlich zu den genauen finanziellen Möglichkeiten. Doch wie BILD enthüllt, ist die Lage überraschend komplexer als zunächst angenommen.

Mehr luft nach oben als gedacht?

Mehr luft nach oben als gedacht?

Tatsächlich kann der BVB das ursprünglich angesetzte Budget deutlich ausschöpfen. Ein weiterer Einkauf in der Größenordnung Gadou ist demnach nicht ausgeschlossen. Aber: Sollten keine Einnahmen durch Spielerverkäufe erzielt werden, muss Plan B aktiviert werden. Und der sieht kreative Finanzierungsmodelle vor: Leihgeschäfte mit Kaufoptionen, die die Last auf zukünftige Geschäftsjahre verteilen.

Das Problem? Solche Transfermodelle sind in Verhandlungen deutlich schwieriger durchzusetzen. Zudem stellt sich die Frage, wie der BVB reagieren würde, sollten verliehene Spieler sich nicht wie erhofft entwickeln. Ein weiteres Verkauf von Top-Stars wäre dann nicht mehr möglich, da die Einnahmen bereits anderweitig gebunden wären. Lars Ricken hatte im April bereits angedeutet: „Für Top-Spieler, die perfekt zu uns passen, würden wir sicher auch kreative Lösungen finden.“

Sancho-poker und die jungen wilden

Sancho-poker und die jungen wilden

Die Gerüchte um ein Comeback von Jadon Sancho (Aston Villa) halten sich hartnäckig, doch die Wahrscheinlichkeit scheint gering. Der Wunsch des Spielers, ausschließlich nach Dortmund zurückkehren zu wollen, ist dem BVB offenbar nicht auf direktem Wege zugetragen worden. Und selbst wenn: Manchester United könnte eine hohe Ablösesumme fordern, was die finanzielle Machbarkeit in Frage stellt.

Parallel dazu tastet sich der BVB langsam aber sicher an der Verpflichtung junger Talente heran. Kennet Eichhorn (Hertha BSC), gerade erst 16 Jahre alt, steht hoch im Kurs. Ein Treffen zwischen Book und dem jungen Mittelfeldspieler hat bereits stattgefunden, doch die Konkurrenz ist groß und die finanziellen Möglichkeiten begrenzt. Die Zwölf-Millionen-Klausel in Eichhorns Vertrag machen das Gesamtpaket noch teurer.

Mit den bereits eingetüten Südamerika-Talenten Kaua Prates (Cruzeiro) und Justin Lerma (Independiente) hat die Abteilung Ricken bereits rund 35 Millionen Euro investiert. Es bleibt abzuwarten, ob diese jungen Spieler den Erwartungen gerecht werden können und den BVB in Zukunft verstärken werden.

Die Zeit drängt. Ricken und Book wollen den Kader so schnell wie möglich komplettieren, um unnötige Last-Minute-Transfers zu vermeiden. Doch die finanzielle Lage des BVB macht die Aufgabe zu einer echten Herausforderung. Ob die kreativen Lösungen der Verantwortlichen greifen, wird sich zeigen – die Fans können nur hoffen, dass der BVB auch in Zukunft auf höchstem Niveau mithalten kann.