Bulgariens wm-held von 1994 ist tot: borislav mihaylov stirbt mit 63 jahren

Borislav Mihaylov ist nicht mehr. Der ehemalige bulgarische Nationaltorwart und spätere Verbandschef erlag am 31. März 2026 in Sofia den Folgen eines Schlaganfalls, der ihn im November 2025 aus der Öffentlichkeit riss. Mit 63 Jahren verlässt uns ein Mann, dessen Handschuhe 1994 eine ganze Nation in Ekstase versetzten.

Seine parade gegen mexiko ist legende

Im Viertelfinale von USA 94 hielt Mihaylov zwei Elfmeter, schoss die Tricolor aus dem Turnier und katapultierte Bulgarien ins Halbfinale. Das 1:1 nach Verlängerung wurde zum Mythos, der Mann mit der auffälligen Perücke zum Volkshelden. Hristo Stoichkov, damals sein Kapitän, brach auf Instagram in Tränen aus: „Warum so schnell? Unser Kapitän, unser Führer, unser Freund! Ich kann nicht aufhören zu weinen.“

Die Statistik spricht klar: 98 Länderspiele, kein bulgarischer Schlussmann stand öfter zwischen den Pfosten. Nach dem Karriereende bei Levski Sofia, Belenenses, Reading und Zürich übernahm Mihaylov 2005 den Vorsitz des bulgarischen Verbandes, trieb Professionalisierung und Jugendarbeit voran – und wurde dafür oft gescholten, weil Erfolge ausblieben.

Maria petrova verliert ihren „universum“

Maria petrova verliert ihren „universum“

Die dreimalige Rhythmik-Weltmeisterin Maria Petrova, seit 25 Jahren an seiner Seite, postierte ein Foto ihrer Hände auf seinem Herzen: „Ich danke dem Schicksal, dass es mir diesen großen Mann brachte. Du warst mein Frieden. Ein Universum ist gegangen.“

Die Klubs reagierten binnen Minuten. Levski schaltete die Stadionbeleuchtung auf Trauerflamme, Reading wird am Samstag vor Anpfiff eine Schweigeminute einlegen. Selbst die FIFA-Chefs nahmen Stellung: „Mihaylov verkörperte die Leidenschaft eines ganzen Landes.“

Die Nachricht trifft Bulgarien in einer Phase sportlicher Orientierungslosigkeit. Die nationalmannschaft rangiert auf Rang 73 der Weltrangliste, die Liga kämpft mit Korruptionsvorwürfen. Mihaylovs Tod schmerzt doppelt: Er war das letzte lebende Band an jene Sommermonate, als Bulgarien sich selbst auf den Schultern eines Torwarts trug.

Am Dienstag wird er auf dem Orlandowzi-Friedhof beigesetzt. Die Perücke wird im Nationalmuseum ausgestellt. Ein Stück Geschichte, das nicht mehr atmet.