Bulega donnert nach portimao – kann ihn jemand stoppen?

Nach seinem Triple in Phillip Island rollt die Superbike-WM nach Portimao – und niemand scheint Nicolò Bulega bremsen zu können. Die Ducati-Panigale V4 R spielt verrückt, der 26-Jährige aus Imola flüstert ihr die idealen Lines zu. Die Konkurrez blickt nervös auf das Zeitblatt: 1'39.081 Minuten, Raszgatlioglus Rekord, liegt noch da – doch Bulega war schon schneller.

Italiens sturm auf den algarve

Der Gegner kommt aus dem eigenen Land. Axel Bassani hat mit der neuen Bimota-Kawasaki zwei Mal Vize gegriffen und die Konstrukteure aufgeschreckt. Yari Montella (Barni Ducati) sowie Luca Baldassarri (GoEleven) zeigten in Australien Podest-Kondition. Yamaha-Werkspilot Andrea Locatelli muss dagegen nachlegen, sonst droht früh der Punkte-Abstieg.

Die Hoffnung der deutschen Lager ruht auf Danilo Petrucci und Miguel Oliveira. Doch die Wintertests verliefen holprig, die neue BMW M 1000 RR sucht nach Grip auf dem welligen Asphalt. Petrucci kennt Portimao, holte hier 2024 mit Barni zwei Podeste – genug, um seine Zweifel zu übertünchen? Oliveira fuhr 2020 sensationell Pole und Sieg, doch der Umstieg von der MotoGP auf die Superbike-Technik ist ein Sprung ins kalte Wasser.

Rea kehrt zurück – und chantra gleich mit

Rea kehrt zurück – und chantra gleich mit

Die Boxengasse bebt, wenn Jonathan Rea die Fireblade startet. Sechs Titel, 118 Siege – und plötzlich wieder Rennfahrer statt Testpilot. Honda schickt ihn als Ersatz für den verletzten Jake Dixon, genau dort, wo 2008 seine Karriere Fahrt aufnahm. Rea selbst schmunzelt: „Portimao war mein Debüt, jetzt wird es mein Comeback.“ Neben ihm lauscht Somkiat Chantra auf die Zündung, frisch aus der MotoGP, mit Handgelenk noch volle Narben vom Sturz in Sepang.

Die Strecke selbst ist ein Kletterpfad: 92 Meter Höhenunterschied, 15 Kurven, ein Start-Ziel-Gradient wie eine Hauswand. „Wenn du hier Downforce verlierst, fliegst du wortwörtlich“, sagt Bulega trocken. Genau diese Steilkurven verlangen nach perfektem Setup – und nach Mut.

Tv-parallelkrieg mit motogp

Tv-parallelkrieg mit motogp

Sky kapituliert vor der Kalender-Verschiebung: Während in Austin die MotoGP-Helden starten, rückt die Superbike ins zweite Programm. Race 1 Samstag 16.30 Uhr auf Sky Sport Arena, Superpole Race Sonntag 12.10 Uhr parallel auf TV8. Streamer greifen zu Now und Sky Go, wer nicht zahlt, sieht maximal Highlights. Die Quote wird leiden – die Action nicht.

Portimao ist mehr als ein Zwischenstopp. Es ist Bulegas erste Schallmauer, Italiens Selbstbewahrung, Hondas Rettungsversuch und Deutschlands Technik-Check. 15 Runden, 68,9 km Vollgas – danach wissen wir, ob die Saison schon entschieden ist oder doch erst beginnt.