Bratislava brennt: mallorca-stars liefern sich k.o.-duell um den traum vom wm-ticket

Heute Nacht, 20.45 Uhr im Tehelné Pole, treffen zwei Profis von RCD Mallorca aufeinander – und nur einer darf weiterträumen. Martin Valjent führt die Slowakei auf, Vedat Muriqi schießt für Kosovo. Halbfinale der Play-offs. Verlierer geht leer, Gewinner spielt noch einmal gegen Türkei oder Rumänien. Das nennt man ein kleines Finale mit riesiger Wirkung.

Demichelis jubelt mit gebremster freude

Der argentinische Coach der Insel-Bajuwaren hatte vor Wochenfrist noch die Augen verdreht. „Ich freue mich für Jan Virgili, klar. Aber ich hätte ihn lieber auf dem Trainingsplatz“, sagte er und bestätigte damit das alte Dilemma: Länderspielpause bedeutet für Klubtrainer vor allem eins – Personalplanung mit Lücken. Jetzt droht ihm das gleiche Szenario erneut, nur mit höherem Risiko. Valjent ist gesetzt, Muriqi derzeit in Topform. Beide könnten zurückkommen – oder mit gebrochenem Herzen.

Valjent wartet seit Oktober 2022 auf ein Comeback in der slowakischen Nationalmannschaft. 27 Einsätze stehen in seinem Pass, doch die letzte Nominierung liegt 28 Monate zurück. Für den 28-Jährigen ist das Spiel in Bratislava deshalb mehr als ein Play-off – es ist seine persönliche Revanche. Muriqi hingegen trägt die Hoffnung eines ganzen jungen Fußballlandes. Kosovo, 2016 erst von der FIFA anerkannt, hat noch nie eine Endrunde erreicht. Ein Tor des „Piraten“ und die Geschichte schreibt sich neu.

Ein sieg trennt inselhelden vom weltpokal-traum

Ein sieg trennt inselhelden vom weltpokal-traum

Die Zahlen sind schonungslos: 90 Minuten, elf Gegner, ein Platz im Endturnier. Der Gewinner des heutigen Duells trifft am Dienstag auf den Sieger aus Türkei gegen Rumänien. Dort wartet dann schon das volle Stadion und ein Fernsehpublikum von Millionen. Für Mallorca-Fans wird es zur Zerreißprobe. Die eine Hälfte der Anhänger schwenkt slowakische Fahnen, die andere grüßt mit albanischen Schals. Herz links, Kopf rechts – oder einfach nur mit brennenden Nerven dabei.

Die Insel selbst bleibt in diesen Tagen ruhig, doch in WhatsApp-Gruppen kursieren Videos von Muriqis Treffern gegen Barcelona und Valjents Rettungsschlägen in Granada. Die Botschaft ist klar: Unsere Jungs bestimmen den WM-Kurs mit. Wer nach Mallorca zurückkehrt, bringt entweder die Euphorie des Jahrhunderts mit – oder muss sich in Training und Kabine neu beweisen. Für Trainer Demichelis beginnt danach die eigentliche Arbeit: zwei Spieler, zwei Geschichten, ein gemeinsames Ziel – den FC Barcelona am 31. März zu ärgern.

Kick-off in Bratislava also in wenigen Stunden. Ein Ball, zwei Nationalhymnen, ein paar Sekunden Stille – und dann geht’s um alles. Wer gewinnt, darf noch einmal jubeln. Wer verliert, schaut von der Insel aus zu, wie andere den Sommer planen. Die Uhr tickt, das Herz klopft – und irgendwo zwischen Slowakei und Kosovo flimmert bald das kleine rote Mallorca-Logo über die Bildschirme der Welt.