Bronze zum dritten mal: marco maier schreibt paralympics-geschichte

Der Mann aus dem Allgäu hat sich eine Medaille gepachtet. Marco Maier sprintete in Tesero erneut auf Bronze und vollendete als erster deutscher Biathlet einen Paralympics-Hattrick – drei Rennen, drei Mal Podest.

Quali-sieg, finale mit patzern

Nach dem Start-Ziel-Sieg im Vorlauf patzte der 26-Jährische im Endlauf dreimal am Schießstand, zog zwei Gegner vorbei und quälte sich dennoch aufs Treppchen. 35,1 Sekunden fehlten am Ende auf den perfekten Chinesen Cai Jiayun – zu viel für Gold, genug für Geschichte.

Damit hat der Zollbeamte, der seit seiner Geburt an der linken Hand nur zwei volle Finger zählt, fünf Paralympics-Medaillen gesammelt: Silber aus Peking plus drei Bronze aus Tesero. Die ersten beiden Gänge hatte er seiner im Vorjahr verstorbenen Mutter gewidmet – ein Tattoo mit ihrem Namen klatschte unter der Skijacke gegen den Wind.

Team d steht bei 14 medaillen

Team d steht bei 14 medaillen

Neben Maiers Bronzeserie holte Anna-Lena Forster Doppelt-Gold im Sitzen – die einzigen deutschen Siege bislang. Der Deutsche Behindertensport-Verbands (DBS) zählt damit 14 Mal Edelmetall, doch die Bilanz bleibt hart: Ohne Forster stünde das Team bei null Gold.

Am Samstag folgt die Staffel, am Sonntag das 20-km-Rennen – zwei weitere Chancen für Maier, seine Farbskala zu erweitern. Er will nicht nur Bronze, er will Rot: «Ich trage noch eine Rechnung offen», sagte er verschwitzt im Ziel, die Kapuze halb heruntergerissen. Im Allgäu bereiten bereits die Nachbrenner vor, falls er tatsächlich das fehlende Gold liefert.