Brest reagiert auf foppas babypause mit handball-legende broch
Die Nachricht traf die Handball-Frauen von Brest Bretagne wie ein Treffer ins Kreuz: Pauletta Foppa, Weltmeisterin und Herzstück des Mittelblocks, pausiert wegen Schwangerschaft – und das mitten im Saisonendspurt. Frankreichs Rekordmeister reagiert sofort und holt mit Yvette Broch eine der dekoriertesten Spielerinnen Europas aus dem Ruhestand.
Die 35-jährige Niederländerin unterschreibt einen Medical-Joker-Vertrag bis Juni. Manager Nicolas Roue spricht offen von „einer einmaligen Lösung für eine einmalige Situation“. Denn Broch bringt nicht nur 1,92 m Körpergröße und drei Champions-League-Titel mit, sondern auch Intraktenwissen: Schon 2011 bis 2015 trug sie das Trikot des Erzrivalen Metz, kennt also die Ligue Féminine wie ihre Westentasche.
Warum der transfer in rekordzeit zustande kam
Trainerin Raphaëlle Tervel und Broch verbanden bei Györ erfolgreiche Jahre. „Als Raphaëlle anrief, brauchte ich keine fünf Minuten zum Überlegen“, sagt Broch, die seit dem CL-Sieg 2024 kein Pflichtspiel mehr absolvierte. „Ich bin nicht hier, um Ersatz zu spielen. Ich bin hier, um Titel zu verteidigen.“
Die Zahlen sprechen für sie: 189 Einsätze in der Königsklasse, 417 Tore, zwölf Major-Titel in drei Ländern. „Sie bringt sofortige Stabilität in die Abwehr und eine Wurfvariante aus dem Rückraum, die sonst niemand in unserem Kader hat“, schwärmt Tervel.

Was brest in den nächsten wochen erwartet
Foppa fehlt mindestens bis September – ein Verlust, der überhaupt erst die Lücke entstehen lässt, die Broch füllt. Ohne die 25-Jährige kassierte Brest in dieser Saison 1,8 Tore mehr pro Spiel. Die Niederländerin soll diese Schneise stoppen und jungen Innenspielerinnen wie Léna Grandveau Luft zum Atmen verschaffen.
Am Sonntag steht das Topspiel bei Metz an – ein Finale vor dem Finale. Roue: „Wenn wir dort punkten, winkt vor eigenem Publikum die Meisterschaft. Yvette kennt die Halle in Metz besser als jede andere Spielerin.“
Und Broch selbst? Sie lacht nur. „Ich bin nicht zurück, um Abschied zu feiern. Ich bin zurück, um Geschichte zu schreiben – diesmal in Brest.“
