Bremerhaven demoliert nürnberg und steht vor dem viertelfinal-coup

Die Fischtown Pinguins haben in der DEL-Playoff-Hitze einen Kaltwasserschock für die Ice Tigers verpasst. Mit 4:0 fegte Bremerhaven Nürnberg aus der eigenen Halle und besorgte sich den Matchball für den Sprung unter die besten acht Teams.

Ross Mauerman schoss sich in Form, traf doppelt und ließ den Gästen keine Luft. Zwischen seinen Treffern hämmerte Nicolas Krammer die Scheibe zum 2:0 ins Netz – ein Schuss, gegen den Torhüter Niklas Treutle selbst mit doppeltem Handschuh machtlos wirkte. Den Schlusspunkt setzte C.J. Smith in den letzten Sekunden, als die Tigers bereits mit sechs Feldspielern riskierten.

Sulzer setzt auf tempo und kassiert löwengel

Sulzer setzt auf tempo und kassiert löwengel

Trainer Alexander Sulzer hatte seine Reihen umgestellt, die vierte Formation mit jungen Sprintern aufs Eis geschickt – und genau diese Frische brach Nürnbergs Defensive. Die Tigers kamen nur auf 19 Schüsse, Keeper Maximilian Franzke verzeichnete dagegen 38 Paraden, blieb ohne Gegentor und wurde zum Rückhalt.

Die Statistik lügt nicht: Bremerhaven dominierte die Zweikämpfe mit 58 %, gewann 71 % der Bullys und verhinderte jede Unterzahlsituation. Nürnberg dagegen kassierte zwei Strafzeiten, beide Male folgte sofort Druck auf das eigene Tor. Die Powerplay-Quote der Hausherren: 50 % – ein Wert, der die Ice Tigers in der Ligarendite nur selten zu sehen bekamen.

Am Freitag (19.30 Uhr, MagentaSport) geht es in die Frankenhölle. Die Arena Nürnberger Versicherung gilt als eine der lautesten der Liga – doch ein 0:3-Rückstand in der Serie ist selbst für die treuesten Fans eine mentale Bürde. Für Bremerhaven reicht ein Punkt, um das Viertelfinal-Ticket zu lösen. Dort wartet bereits Adler Mannheim, der als Gruppensieger der Hauptrunde die Beine hochlegen durfte.

Die restliche Playoff-Konstellation nimmt Form an: Straubing, München, Ingolstadt und der Titelverteidiger Eisbären Berlin haben bereits ihren Platz unter den besten acht sicher. Wolfsburg und Schwenningen duellieren sich im Parallelspiel um den Gegner der Kölner Haie, während Leon Draisaitl in der NHL mit einer unklaren Verletzung ausfällt – ein Trost für deutsche Fans? Eher nicht, denn die NHL-Stars fehlen ohnehin in der DEL-Endrunde.

Die Pinguins jedenfalls schwimmen auf einer Welle aus Selbstvertrauen. Nach dem 4:0-Sieg sprach Mauerman von „einem perfekten Abend“, während Kapitän Sebastian Studzinski betonte: „Wir haben nichts gewonnen, aber alles in der Hand.“ Tatsächlich: Ein weiterer Sieg in Nürnberg, und Bremerhaven darf zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder das Viertelfinale bestreiten. Die Zahlen sprechen dafür: In dieser Saison gewannen die Pinguins acht der letzten zehn Auswärtsspiele – eine Serie, die den Tigers am Freitag zusetzen dürfte.