Borja fernández zündet den turbo: dépor hat den besten aufstieft, aber.
Borja Fernández sprach klartext. Im Interview mit RadioMarca sagt der ehemalige Mittelfeldstratege, dass Deportivo La Coruña aktuell „die steilste Kurve nach oben“ fährt. Doch dann kommt das große Aber – und es klingt wie eine Warnung an jeden Anhänger, der den Sprung in die Primera División schon jetzt abhakt.

Warum der finale spurt eine falle sein kann
„In Endphasen passieren Dinge, die du nicht steuern kannst“, so Borja. Er kennt die Mechanik der Aufstiegsrunden bis ins Detail, spielte 2012 mit dem Herculez die Play-offs, sah 2014 beim Dépor den direkten Wiederaufstieg. Seine Erfahrung: Tabellenform zählt nur bis Spieltag 38, danach entscheiden Nerven. Wer die Last großer Kulissen nicht trägt, bricht weg. Deshalb nennt er keinen sicheren Meister, sondern eine einzelne Kompetenz: Druck kontrollieren.
Am Samstag kehrt er selbst in die Arena zurück, an die Ría do Burgo, an die er 2010 das Tor zum 1:0 gegen Valencia schoss. Diesmal sitzt Borja auf der gegnerischen Bank, als Co-Trainer der UD Ourense. Gegner: Dépor B. Thema: aufstieg in die neue Primera RFEF. „Manuel Pablo macht einen Riesenjob, seine Jungs sind das stärkste Team der Gruppe“, schwärmt er. Das Fabril kann sich mit einem Sieg direkt belohnen, sofern Oviedo Vetusta punktlos bleibt. Verliert das Fabril und der Nachbar aus Asturien ebenfalls, reicht auch ein Ourense-Dreier – dann würde Dépor B trotzdem aufsteigen. Ein Konstrukt, das selbst Statistik-Apps verzweifeln lässt.
Borja lacht, als er gefragt wird, ob er am Abend mit dem Dépor-Filialteam mitfeiern würde. „Wenn sie nach dem Abpfiff aufsteigen, sollen sie feiern – natürlich. Aber erst nach dem Abpfiff.“ Die Botschaft ist klar: Solange der Ball rollt, gibt es keine Geschenke. Weder für den Traditionsklub, den er einst auf dem Rasen führte, noch für den eigenen Arbeitgeber. Am Ende, sagt er, entscheidet nicht der Name auf dem Trikot, sondern wer die letzten fünf Minuten noch durchatmen kann.
