Bono wirbt für pitarch: marokko will madrids teenie-talent abwerben

Yassine Bono sprach nach dem 0:0 gegen Ecuador drei Sätze – und entfachte einen Nationalitätskrieg. Der marokkanische Torhüter erklärte Thiago Pitarch zum „Willkommens-Team-Mitglied“. Dabei hatte Spanien den 18-Jährigen gerade erst für die U-19 eingeladen.

Der erste eindruck dauerte 23 minuten

Benidorm, Mittwochabend. Pitarch kommt, sieht, spielt. Ein Doppelpass, eine Drehung, ein Lupfer – die Tribüne summt. Es sind nur 23 Minuten, doch die reichen, um Madrids Twitter-Community in Ekstase zu versetzen. Innerhalb von Minuten kursieren Schnittvideos, die ihn als „Kroos mit Körper“ feiern. Die Zahlen: 26 Ballkontakte, 92 % Passquote, zwei Schlüsselpässe – Statistik-Schnappschüsse, die Agenten und Verbände gleichermaßen träumen lassen.

Marokko schlägt nun zurück. Bono, Idol der Löwen von Atlas, nutzt die Medienrunde, um direkt zu werben: „Wer mit Marokko verwurzelt ist, hat hier ein Zuhause.“ Der Satz klingt wie ein Kommando. Denn Pitarch’ Vater stammt aus Tanger, die Familie lebt teils in Madrid, teils an der Straße von Gibraltar. Die perfekte Doppel-Pass-Falle.

Spanien legt nach – und schweigt

Spanien legt nach – und schweigt

Die RFEF reagiert mit Schweigen, aber mit Taten. Die Einladung zur U-19 war Teil eines Strategieplans, der vor drei Monaten begann, als Scout Santi Denia in Valdebebas ein Gutachten anfertigte. Fazit: „Technisch reif, räumlich flexibel, Temperament von Busquets.“ Nun heißt es Warten. Die Entscheidung liegt beim Spieler, aber auch bei FIFA-Regularien: Ein offizieller Länderspieleinsatz in der U-19 bindet Pitarch noch nicht, doch ein Einsatz im A-Team würde die Tür zu Marokko endgültig schließen.

Der Zeitplan ist eng. Spanien plant ein Testspiel im November, Marokko bereitet die Afrika-Cup-Quali vor. Wer zuerst zieht, könnte gewinnen. In Madrid weiß man: Klub-Kollege Brahim Diaz wechselte 2021 zu Marokko – und wurde schneller Stammgast als bei La Roja je möglich gewesen wäre.

Bono ließ keinen Zweifel: „Wir haben gezeigt, dass wir junge Europäer integrieren können.“ Das ist kein Versprechen, es ist ein Warnschuss. Spanien antwortet mit Stille, aber mit einem Klick auf „Einladung verschicken“. Der nächste Bildschirm wird entscheiden, welches Emblem Pitarch auf seiner Brust trägt. Die Uhr tickt – und die Länder warten auf sein erstes richtiges Tor, diesmal außerhalb des Platzes.