Berlin pulverisiert die liga: gidsels tempo-offensive schreibt rekordgeschichte

Die Füchse Berlin schießen sich in Richtung Torhymnen der Ewigkeit. 35,96 Treffer pro Partie – das ist kein Schnitt, das ist ein Statement. Mit dieser Zahl jagt die Mannschaft von Trainer Nicolej Krickau nicht nur die Konkurrenz, sondern auch die eigene Historie.

Warum der rekord von kiel in gefahr ist

Der THW Kiel hatte 2006/07 mit 36,4 Toren pro Spiel die Latte auf 1.239 Treffer gelegt. Berlin fehlen noch fünf Treffer pro Spiel, um den Rekord einzustellen. Klingt viel? Betrachtet man die Formkurve, ist es machbar. Seit der Winterpause steigerte sich die Wurfquote auf 70,62 Prozent – ein Wert, den selbst die Serdarusic-Ära in Kiel nicht erreichte.

Mathias Gidsel ist dabei kein Solist, sondern der Dirigent eines Orchesters. Max Darj stemmt die Abwehr, Paul Drux variiert das Tempo, Hans Lindberg verwandelt die Siebenmeter mit der Ruhe eines Bankiers. Das System Krickau basiert auf zwei Prinzipien: erstens konstante Laufwege, zweitens sofortige Entscheidung nach Ballgewinn. Kein Kreisläufer wackelt, kein Kreuzer verzögert. Jeder Pass sitzt, weil jeder weiß: Der nächste Wurf kommt in unter drei Sekunden.

Der samstag wird zur schicksalsstunde

Der samstag wird zur schicksalsstunde

Am 28. März empfängt Berlin den SC Magdeburg – den einzigen Club, der mit 70,05 Prozent Wurfquote noch in Schlagdistanz liegt. Es ist mehr als ein Spitzenspiel; es ist die Gelegenheit, dem Rekord ein Stück näher zu kommen. Ein Sieg mit 38 Toren oder mehr würde den Durchschnitt auf 36,2 erhöhen und den THW von Platz zwei verdrängen.

Die Zahlen lügen nicht, aber sie erzählen auch nicht die ganze Geschichte. Hinter den 899 Treffern steckt eine Mentalität, die sich nicht in Excel-Zellen fangen lässt. Die Berliner gehen jedes Spiel mit dem Anspruch, dem Gegner die Luft abzudrehen – nicht nur physisch, sondern psychisch. Wer einmal gegen Gidsels Tempo verloren hat, trägt die Angst im Nacken.

Die Fans im Max-Schmeling-Halle spüren es. 11.000 Karten weg, Restbestände nur noch über Zweitmarkt. Die Arena wird kochen, die Anzeigetafel wird glühen. Wenn die Sirene ertönt, könnte die Handball-Bundesliga einen neuen Angriffskönig haben. Dann steht Berlin nicht nur auf Rang drei der Ewigkeitsliste, sondern vor der Tür zur Legende.