Muskatewitz schlägt usa k.o. und startet wm mit kantersieg
10:5 – ein Schlag ins Gesicht für die Gastgeber. Marc Muskatewitz und seine Curling-Crew haben die US-Boys in Ogden so schnell weggeschoben, dass selbst die lokalen Fans nur noch stumm mit den Fingern schnippten.

Die kurve nach cortina war steil, jetzt wird sie steiler
Die deutschen Olympiateilnehmer von Cortina d’Ampezzo hatten fünf Wochen gebraucht, um den bitteren siebten Platz zu verdauen. Gegen die Amerikaner schmolz die Enttäuschung in 90 Minuten. Muskatewitz spielte die Draw-Weight so kalt wie Eiswasser, Front-End Benny Kapp und Mike Hesse räumten die Guards weg, als wären sie lästige Fliegen. Nach sieben Ends stand es 8:2 – Spiel entschieden, Selbstvertrauen zurück.
Die Arena ist dieselbe, in der 2002 die olympische Feuer entflammte. Der Ice ist schneller, die Druckluft höher – knapp 1.400 Meter über dem Meeresspiegel. Genau das nutzte das deutsche Quartet. „Wir haben die Bahnen früher gelesen als die Hausmannschaft“, sagte Bundestrainer Uli Kapp ohne jede Euphorie-Schwäche. Für ihn zählt nur Samstag, 16.00 Uhr Ortszeit, dann kommt Tschechien.
Die WM-Statistik mahnt: Im Vorjahr Rang acht, 2024 nur Platz fünf trotz EM-Titel. Die Playoffs sind das Minimum, Top-Zwei direkt im Halbfinale wäre der Jackpot. Die Rechnung ist simpel – zwölf Round-Robin-Partien, danach entweder Feierabend oder sudden death bis 4. April. Muskatewitz weiß, dass ein Auftaktsieg noch keinen Stein in die Endrunde schiebt. Aber er schlägt seinen Gegnern ins Gesicht, dass er bereit ist, diesmal nicht nur mitzuspielen, sondern zu dominieren.
Die US-Jungs bekamen gestern eine Lektion in Präzision serviert. Die deutsche Stoppuhr tickt schon weiter – und sie tickt laut.