Bologna schickt 23-krieger nach bergamo – ohne lucumì, mit sieg-biss

Vincenzo Italiano hat die Koffer gepackt – und die Moral dabei gleich mit. Nach dem 3:2-Sensationssieg in Neapel reist der Bologna FC mit 23 Spielern nach Bergamo, um die Atalanta auch auf ihrem eigenen Rasen zu ärgern. Spieltag 37, Stadio Gewiss, eine Arena, die in dieser Saison schon so manche Überraschung verschluckt hat.

Lucumì fehlt gesperrt, casale & co. verletzt

Der Coach muss auf vier Leistungsträger verzichten. Jhon Lucumì sitzt nach seiner fünften Gelben auf der Tribüne, Fabiano Parisi zwickt die Wade, Casale, Vitik und Cambiaghi lahmen im Aufbautraining. Doch Italiano reagiert kühl: „Wir haben genug Feuer, um auch ohne sie zu brennen.“

Die Lösung heißt Rotation mit Rückgrat. Ravaglia erhält den Vorzug vor Skorupski, weil sein Fußspiel die erste Pressing-Linie knackt. Rechts rückt De Silvestri ins Zentrum, links übernimmt Lykogiannis die Flanke, die sonst Lucumì sicherte. In der Mitte bilden Miranda und Tomasevic eine Doppelsechs, die sowohl Lookman als auch Scamacca ein Bein stellen will.

Odgaard und dallinga sollen zapata nerven

Odgaard und dallinga sollen zapata nerven

Die Sturmspitze ist das Geheimnis. Nicolás Domínguez dribbelt wie ein Wirbelwind, aber die Tore sollen Odgaard und Dallinga erzwingen – beide zusammen noch jünger als Zapata alt ist. Italiano setzt auf frische Beine gegen münde Abwehr. Die Statistik gibt ihm recht: Bologna erzielte in den letzten 15 Minuten dieser Saison bereits 12 Tore – nur die Bayern sind besser.

Die Atalanta kennt die Rechnung. Gasperini warnte seine Abwehr bereits: „Wer denkt, dass Bologna ohne Lucumì harmlos ist, wird blutige Nase kriegen.“ Die Gasperini-Druckmaschine läuft auf Hochtouren, doch im Pokal-Finale verbuchte sie genau gegen diesen Gegner die meisten Ballverluste.

Für Bologna geht es um mehr als drei Punkte. Ein Sieg würde die Europa-League-Quali vorzeitig sichern und dem Klub 35 Millionen Euro TV- und Prämien-Geld bescheren – genug, um den Kader auch nächsten Sommer nicht zu verhökern. Die Kurve singt schon seit Tagen „Via per Bergamo, torniamo in Europa“, und die Spieler haben sich den Text auf die Schuhsohlen geschrieben.

Pfiff am Samstag, 20.45 Uhr. Wer dann noch glaubt, dass Atalanta nur gegen Real Madrid schwitzt, wird eines Besseren belehrt. Bologna reist an – mit 23 Kämpfern, ohne vier Verletzte, aber mit einer Mission. Die Serie A hat in dieser Saison schon viele Geschichten geschrieben; diese könnte das Kapitel „Unbequeme Wahrheit“ tragen.