Wm in den usa: ice-einsätze in stadien scheinbar gestoppt – rubio gibt zusage

Die Debatte um die Präsenz der US-Einwanderungsbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) bei der Fußball-WM in den USA dieses Sommer ist offenbar vorläufig beigelegt worden. Nach Angaben des WM-Organisationskomitees in Miami sollen ICE-Agenten nicht in den Stadien aktiv sein – ein Versprechen, das demnach von US-Außenminister Marco Rubio kam. Ein Aufatmen für Fans, Spieler und Journalisten, die sich vor willkürlichen Kontrollen und Verhaftungen gefürchtet hatten.

Rubios wort in der debatte

Rubios wort in der debatte

Die Diskussion um die Rolle von ICE während des Turniers hatte sich in den letzten Wochen intensiviert. Zunächst hatte ICE-Direktor Todd Lyons im Februar erklärt, seine Behörde würde eine Schlüsselrolle bei der Sicherheit spielen. Diese Aussage löste Bedenken aus, dass ICE auch außerhalb der eigentlichen Spiele aktiv werden könnte. Die Angst vor willkürlichen Einreiseverweigerungen, Verhaftungen und Abschiebungen war groß. Nun scheint Rubio mit seiner Zusage einen Strich unter diese Sorge zu ziehen.

Doch die Sache ist komplexer. Während Barreto von einer klaren Zusage spricht, bleibt offen, ob FIFA-Chef Gianni Infantino seinen Einfluss bei US-Präsident Donald Trump genutzt hat, um dieses Ergebnis zu erzielen. Die Führung der FIFA soll die Möglichkeit diskutiert haben, Infantinos gute Beziehungen zu Trump zu nutzen, um die ICE-Einsätze zu stoppen. Ob dies tatsächlich geschah, ist unklar.

Andrew Giuliani, ein hochrangiger Vertreter der Trump-Administration, versuchte am Freitag, die Gemüter zu beruhigen – jedoch mit wichtigen Einschränkungen. „Jeder, der legal hierher gekommen ist oder sich legal hier aufhält, hat nichts zu befürchten, sei es während der Weltmeisterschaft oder zu einem anderen Zeitpunkt“, erklärte er gegenüber der Financial Times. Er betonte, dass die Bedenken hinsichtlich der Durchsetzung der US-Einwanderungsbestimmungen die Fans nicht davon abhalten würden, die USA zu besuchen. Eine Aussage, die angesichts der Warnungen von über 120 zivilgesellschaftlichen Gruppen, die vor potenziellen Menschenrechtsverletzungen warnten, mit Skepsis betrachtet wird.

Die Sorge um die Durchsetzung der Einwanderungsbestimmungen war so groß, dass eine Gewerkschaft aus Los Angeles eine formelle Beschwerde gegen die FIFA und andere Organisationen bei der National Labor Relations Board (NLRB) einreichte. Ein deutliches Zeichen der Besorgnis in der Bevölkerung. Die Ankündigung von ICE, eine Schlüsselrolle bei der Sicherheit zu übernehmen, hatte bereits zu erheblichen Bedenken geführt und die Debatte über die Ausrichtung der WM in den USA neu entfacht.

Ob die Zusage Rubios tatsächlich eine Garantie dafür ist, dass es zu keinen ICE-Kontrollen in den Stadien kommt, bleibt abzuwarten. Die komplexen politischen Verhältnisse und die potenziell widersprüchlichen Interessen verschiedener Akteure machen die Situation unübersichtlich. Fest steht jedoch: Die Diskussion um die Rolle der US-Einwanderungsbehörde bei der WM ist noch nicht vollständig abgeschlossen. Die Augen sind nun auf die kommenden Wochen gerichtet, um zu sehen, ob die Zusage Rubios tatsächlich eingehalten wird und ob die Fans die Weltmeisterschaft ohne die ständige Angst vor willkürlichen Kontrollen genießen können.