Bodö/glimt wirft sporting lissabon aus der champions league und träumt vom halbfinale

Der FK Bodö/Glimt hat Sporting Lissabon mit einem 3:0 im Aspmyra-Stadion regelrecht zerlegt und steht kurz vor dem Viertelfinale der Champions League. Die Norweger, die in den Play-offs bereits Inter Mailand ausgeschaltet hatten, zeigten erneut, dass sie kein Zufallsprodukt sind. Die Löwen aus Lissabon wirkten wie ein Häufchen Elend im Strudel ausgelassener Arktis-Fans.

Patrick berg lenkt das spiel wie ein eisbrecher

Die erste Hälfte war ein Lehrstück in Sachen Pressing und Übergangsspiel. Patrick Berg, Mittelfeldstratege und Namensvetter des Eisbergs, zerlegte die portugiesische Anordnung mit Diagonalbällen und zweikampfstarken Zuspielen. In der 32. Minute fällte Verteidiger Diomande Sondre Fet im Strafraum – Schiedsrichter Marciniak zeigte sofort auf den Punkt. Fet verwandelte selbst, lies António Adán keine Abwehrchance.

Die Gäste aus Portugal, eigentlich für ihre Ballkontrolle bekannt, verloren 17-mal den Ball in der eigenen Hälfte – eine Statistik, die selbst in der Primeira Liga selten vorkommt. Knutsens 4-3-3-Pressing funktionierte wie ein Uhrwerk: Högh und Blomberg schalteten sofort um, während Berg und Hauge die Räume zustellten.

Blomberg trifft nach 47 sekunden nachspielzeit – das 2:0 vor der pause

Der zweite Treffer fiel in der ersten Minute der Nachspielzeit. Jens Petter Hauge, einst bei Eintracht Frankfurt auf der Großbühne, schickte Ole Blomberg mit einem geschickten Steilpass auf die Reise. Blomberg blieb cool, schob flach ins lange Eck – 2:0 zur Pause. Die norwegischen Kommentatoren sprangen formlich aus ihren Sitzen, während die portugiesischen Journalisten starr auf ihre Laptops starrten.

Die zweite Hälfte begann mit einem Paukenschlag: Kasper Högh machte in der 71. Minute den Deckel drauf. Wieder war Hauge der Vorlagengeber, diesmal mit einer perfekt getimten Flanke von links. Högh stieg am höchsten und köpfte zum 3:0-Endstand ein. Die 8.000 Zuschauer im Aspmyra-Stadion tobten – ein gelber Tornado, wie NRK.no schrieb, der die Löwen aus Lissabon in die Knie zwang.

Jetzt droht sporting das aus – rückspiel in der alvalade wird zur zitterpartie

Für Sporting Lissabon wird das Rückspiel am 18. März in der Estádio José Alvalade zur reinen Glanznummer. Trainer Rúben Amorim muss seine Mannschaft komplett umbauen – ohne die verletzten Stammkräfte Coates und Porro wird die Aufgabe noch schwieriger. Die norwegische Auswärtstorregel macht die Sache zusätzlich brisant: Ein Tor von Bodö/Glimt in Lissabon würde Sporting zwingen, mindestens vier Treffer zu erzielen.

Für Bodö/Glimt hingegen ist der Traum vom Halbfinale greifbar nah. Die Mannschaft von Trainer Kjetil Knutsen hat in dieser Saison bereits Atlético Madrid und Manchester City geschlagen – warum also nicht auch Sporting? Die Buchmacher haben die Norweger mittlerweile auf 9:1 für den Gesamtsieg gestellt – ein Quotensturz, der die sportliche Welt in Aufruhr versetzt.

Die nächste Runde ist am 18. März um 21 Uhr in Lissabon. Wer dann noch glaubt, Bodö/Glimt sei ein Underdog, hat die letzten Monate verschlafen. Die Arktis-Elf ist bereit für die große Bühne – und sie spielt mittlerweile ganz oben mit.