Bo svensson fliegt zurück nach kopenhagen und löst neestrup ab

Der FC Kopenhagen zieht den Notstopp. Nach der peinlichsten Saison der Klubhistorisch entlässt der dänische Rekordmeister Trainer Jacob Neestrup – und holt mit Bo Svensson einen alten Bekannten zurück.

Die Entscheidung fiel am Sonntagabend, 22:04 Uhr. Da hatte die FCK-Führung genug gesehen: Platz acht in der Superliga, nur sechs Punkte Luft bis zur Abstiegszone, das erste Mal seit 1992 keine europäische Teilnahme sicher. „Wir spielen um die europäische Qualifikation“, sagte Clubchef Henrik Mogelmose. „Das darf nie wieder vorkommen.“

Neestrup, erst 38 Jahre alt, hatte in seinen ersten beiden Jahren das Double geholt und dreimal die Champions-League-Gruppenphase erreicht. Doch diesmal rutschte die Mannschaft mit dem größten Etat des Landes in die untere Hälfte. Die Tordifferenz: minus vier. Die Stimmung: toxisch.

Svensson nimmt den pokal mit

Svensson nimmt den pokal mit

Als Retter winkt nun Bo Svensson. Der 44-Jährige flog am Montagvormittag von Berlin nach Kopenhagen, um den Medizincheck zu absolvieren. Vertrag bis 2027, Option auf ein weiteres Jahr. Die Zahlen: 155 Pflichtspiele als FCK-Profi, 1,35 Punkte pro Spiel als Mainz-Coach, 42 Proposent Siegquote. Die Botschaft: Heimkehr statt Notnagel.

Er übernimmt sofort, führt das Training am Dienstag und steht am 14. Mai im Pokalfinale gegen Midtjylland an der Linie. Dort trifft er auf Mike Tullberg, den früheren BVB-U-19-Coach. Ironie des Fußballs: Wer entlassen wird, kann Europapokal retten.

Die Fans reagierten gemischt. Auf Twitter trendete #BoKommt, auf Reddit diskutierten Anhänger, ob Svenssons Mainz-Pressing auch in der Superliga funktioniert. Die Antwort kommt spätestens am 3. April im Stadtderby gegen Bröndby. Dort will Kopenhagen wieder oben mitspielen – und nicht um den Klassenerhalt zittern.

Kopenhagen zahlt für die Trennung laut dänischen Medien umgerechnet 1,2 Millionen Euro Abfindung. Die Summe ist verschmerzbar, der Imageschaden nicht. Denn wer einmal für den Abstieg zittert, verliert schnell den Glamour. Svensson hat 13 Spiele Zeit, das zu korrigieren. Sonst wird auch er nur eine Fußnote in der Chronik des größten Klubs Dänemarks.