Billie jean king holt ihren abschluss – mit 82 und 61 jahren verspätung

Los Angeles – 1964 wirft sie das College hin, um Profi zu werden. 2024 steht Billie Jean King wieder in einem schwarzen Talar da, diesmal als Absolventin. 12 Grand-Slam-Einzeltitel, Weltklassen-Ranglistenplatz 1 und eine Revolution im Kampf um gleiches Preisgeld liegen dazwischen. „Ein Privileg, heute hier zu stehen“, sagt sie auf dem Campus von Cal State LA. „Nur 61 Jahre hat’s gedauert.“

Von der sporthalle zurück in den hörsaal

King wählte dieselbe Uni, in der sie einst mit Coach Scotty Deeds trainierte – gemischt mit den Männern, damals unvorstellbar. „Seine Methode war radikal“, erinnert sie sich. „Selbst heute trennen NCAA-Teams D-1 und D-2 fast überall Geschlechter beim Training.“

Während sie neben dem Studium 1961 das Wimbledon-Doppel gewann, nagte an ihr nicht die Last der Bücher, sondern die Ungleichheit außerhalb des Platzes. Preisgelder für Frauen lagen im Schnitt bei einem Achtel der Männerhonorare. Sie gründete die „Original 9“, riskierte ihre Tour-Karte und setzte 1973 mit dem Sieg über Bobby Riggs im „Battle of the Sexes“ ein Statement, das über Tennis hinausging.

Die diplomarbeit war das leben

Die diplomarbeit war das leben

Jetzt, da die 82-Jährige endlich den Bachelor in Geschichte entgegennimmt, lautet ihre Quintessenz: „Ich habe mein Leben der Gleichstellung verschrieben. Tennis war das Podium, nicht das Ziel.“ King sieht sich nicht als Spätstarterin, sondern als Beweis, dass Bildung keine Deadline kennt. Ihre Familie stammte aus einfachen Verhältnissen – Vater Feuerwehrmann, Mutter Hausfrau. „Ich bin die erste mit College-Abschluss, genau wie viele von Ihnen“, wandte sie sich an die 2024er-Kohorte.

Die Zahl, die bleibt: 61 Jahre zwischen erstem und letztem Semester. Keine Abschlussnote kann das leisten, was King auf dem Court und im Gesellschaftsleben erreicht hat – aber der Schein auf der Wand untermauert ihre Botschaft: „Träume haben kein Verfallsdatum.“