Bierhoff fordert dfb-abschottung: politik aus dem sport fernhalten!
Die Debatte um politische Statements von Fußballern spitzt sich zu. Ex-DFB-Manager Oliver Bierhoff plädiert nun für einen klaren Abschottungskurs des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) angesichts der internationalen Spannungen, insbesondere im Hinblick auf die anstehenden Weltmeisterschaften. Ein Aufruf, der im deutschen Fußball für Aufsehen sorgt.
Die spieler schützen – den sport bewahren
Bierhoff, in einem Interview mit dem Stern Magazin, argumentiert, dass die Spieler vor den Auswirkungen politischer Kontroversen geschützt werden müssen. „Die Spieler müssen geschützt werden. Sie dürfen sich nicht treiben lassen“, so der frühere Teamchef. Sein Vorschlag: Dem DFB sollte es bei internationalen Turnieren wie der WM darum gehen, die Mannschaft in Ruhe zu lassen und politische Diskussionen aus dem sportlichen Kontext herauszunehmen. „Lasst die Mannschaft in Ruhe! Tragt eure Moraldebatten gerne aus, aber nicht auf dem Rücken der Spieler.“
Die Situation wird durch die mögliche Instrumentalisierung der WM durch politische Akteure wie US-Präsident Donald Trump verschärft. Bierhoff äußert die Befürchtung, dass selbst ein einzelner Kommentar eines Fußballers von Trump für dessen Zwecke missbraucht werden könnte. Angesichts enger wirtschaftlicher Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten und dem Bestreben der Bundesregierung nach guten Beziehungen, erscheint es Bierhoff unangebracht, wenn die Nationalmannschaft eine abweichende Haltung einnimmt. Er bezeichnet die meisten Diskussionen als „verlogen“ und erinnert an die umstrittene „One Love“-Binde-Debatte vor der WM 2022 in Katar, bei der der DFB unter Druck der FIFA zurückweichen musste.

Katar-debakel: ein weckruf für den dfb
Bierhoff kritisiert zudem das Verhalten des DFB-Präsidiums im Vorfeld der WM 2022 in Katar. Er bemängelt, dass sich das Präsidium nicht klarer zu den Menschenrechtsverletzungen in Katar geäußert und die Mannschaft nicht ausreichend unterstützt habe. Stattdessen habe er den Eindruck gewonnen, dass sich der Verband hinter ihm und den Spielern versteckt habe. Diese Erfahrung führte letztendlich zur Trennung von Bierhoff und dem DFB nach dem frühen Ausscheiden aus dem Turnier.
Nachdem der DFB öffentlich zugesagt hat, aus den Fehlern von Katar zu lernen und politische Themen aus der Kabine fernzuhalten, stellt Bierhoff nun die Verantwortung klar: Es sei die Aufgabe der „politischen Führung“ des Verbandes, politische Statements abzugeben, nicht die der Spieler. Die Spieler sollen sich auf das Spielfeld konzentrieren können, während der DFB eine klare Linie vorgibt. Die kommenden Monate werden zeigen, ob der DFB diesen Ansatz konsequent verfolgt und die Spieler vor dem politischen Druck schützt – oder ob die Debatte erneut eskaliert.
Die Menschenrechtsorganisationen beobachten die politische Entwicklung in den USA unter Trump seit Monaten mit großer Sorge. Bierhoffs Appell ist ein deutliches Signal, dass der deutsche Fußball sich seiner Verantwortung bewusst sein und die Spieler vor unnötigen Konflikten bewahren muss. Denn am Ende zählt nur eines: der Sport.
