Gauff schreibt in rom erneut geschichte – venus-rekord eingestellt

Coco Gauff stampft mit einem 6:4, 6:3 gegen Sorana Cirstea unerbittlich Richtung Stadio Centrale-Tribüne und schnappt sich das erste Ticket fürs Endspiel der Internazionali d’Italia 2026. Hinterher steht ein Satz, der die italienische Sonne klingen lässt: „Ich bin zurück, um das letzte Jahr zu korrigieren“.

Die zahl des tages: 74 %

Sieben von zehn Punkten hinter dem ersten Aufschlag gingen an die US-Amerikanerin. Dazu nur ein Doppelfehler bei brütender Hitze – das ist keine Statistik, das ist ein Statement. Cirstea lieferte sich zwar brutale Rallyes, doch jedes Mal, wenn es um den Micropunkt im Break ging, schaltete Gauff einen Gang höher.

Die Rückschläge flogen knallhart übers Netz, der Vorhand-Longline funktionierte diesmal sogar als Offensivwaffe – ein Novum in ihrem Repertoire. „Ich habe mit meinem Coach exakt dieses Szenario trainiert: Druck, Sand, laute Menge“, verriet sie nach dem Match. Der Plan ging auf.

Venus-wiederholung nach 27 jahren

Venus-wiederholung nach 27 jahren

Mit dem Erfolg rückt die 20-Jährige in einen US-Klub vor, den seit 1999 niemand betreten hat: zwei Finaleinzüge hintereinander in Rom. Venus Williams hatte dies anno dazumal vorgemacht – nun folgt die nächste Generation. Das klingt nach Etikettenschwindel, ist aber pure Geschichtsschreibung.

Der Weg dorthin war alles andere als glatt: drei Comebacks in Serie, ein Matchball gegen Iva Jovic in Runde drei, und immer wieder die Stimmen, die laut wurden: „Kann sie auf Sand überhaupt durchhalten?“ Gauff lachte, schüttelte den Kopf – und ließ dem Ball die Antwort geben.

Am Samstag kommt es zur nächsten Hypothek: Entweder Iga Swiatek, die Queen von Roland Garros, oder Elina Svitolina, die mit dem Publikum im Rücken zur Bestform aufläuft. „Beide kenne ich, beide schlagen hart – aber Rom ist mein Platz geworden“, sagt Gauff, ohne eine Spur von Arroganz, dafür mit jener Gelassenheit, die nur entsteht, wenn Selbstvertrauen auf harte Arbeit trifft.

Was das finale bedeutet

Was das finale bedeutet

Sollte sie gewinnen, wäre sie die jüngste Masters-Siegerin dieser Ära und vor den French Open der Angstgegner Nummer eins. Verliert sie, bleibt dennoch ein Fakt: Coco Gauff hat dem roten Ziegelstein ihre Visitenkarte hinterlassen – mit einem Handschuh voller Schweiß und einem Herzen voller Appetit.