Taekwondo-sensation jairo agenjo krönt sich zum europameister!

München tobte, als Jairo Agenjo, gerade einmal 18 Jahre jung, die europäische Taekwondo-Szene im Sturm eroberte. Der junge Spanier aus Alicante sicherte sich am letzten Tag der EM in München den Titel in der Gewichtsklasse -54 kg und krönte damit eine beeindruckende Vorstellung des gesamten spanischen Teams.

Ein leistungssportler reift in rekordzeit

Agenjo, der an Position sechs der Weltrangliste notiert ist, präsentierte ein Spiel, das weit über sein junges Alter und seine geringe Körpergröße (1,65 Meter) hinausweist. Seine Geschwindigkeit, Beweglichkeit und Explosivität überwältigten seinen Gegner, den italienischen Finalisten Gaetano Cirivello, in einer dominanten Vorstellung. Das 2:0 im Finale war nicht die Überraschung, sondern die logische Konsequenz seiner bisherigen Leistungen.

Die EM war für Spanien insgesamt erfolgreich. Neben Agenjos Gold gab es drei Silbermedaillen und eine Bronze im Taekwondo sowie eine Bronze im Parataekwondo. Doch der Triumph des jungen Spaniers stahl den anderen Erfolgen die Show.

Vom junior zum könig europas

Vom junior zum könig europas

Agenjos Karriere ist eine Erfolgsgeschichte von beeindruckender Schnelligkeit. Bereits in den Jugend- und Juniorenbereichen war er eine feste Größe auf dem Podest, mit dem Gewinn der Junioren-Europameisterschaft im Jahr 2020 als Highlight. Sein Aufstieg ins Seniorenbereich vor einem Jahr erfolgte nahtlos und wurde nun mit dem europäischen Titel belohnt. Die Siege im Vorfeld, darunter der Gewinn der spanischen Meisterschaft und des Deutschen Grand Prix, deuteten bereits auf seine außergewöhnliche Form hin.

Der Weg zum Titel war gepflastert mit überzeugenden Siegen. Gegen Fayez Hanafy (Estland), Kaan Yelaldi (Türkei) und Aristeidis Nikolaos Psarros (Griechenland) setzte sich Agenjo durch, wobei er in den ersten drei Kämpfen jeweils mit 2:0 gewann. Das Halbfinale gegen Psarros war zwar knapp (2:1), doch Agenjo bewies Nervenstärke und ließ sich nicht von der knappen Führung des Gegners entmutigen.

Adriana Cerezo verpasst Bronze knapp

Auch Adriana Cerezo zeigte eine starke Leistung und kämpfte um eine Bronzemedaille in der Gewichtsklasse -49 kg. Ihr Kampf um den dritten Platz gegen die Türkin Ferhat Kavurat endete jedoch knapp mit einer 6:4 Niederlage. Ein letzter Treffer der Türkin, nur noch Sekunden vor dem Ende, raubte Cerezo die Chance auf das Podest. Sie hatte zuvor souverän die kroatische und bulgarische Konkurrenz ausgeschaltet.

Neben Agenjo und Cerezo verpassten auch Daniel Quesada (-74 kg) und Tania Castiñeira (+73 kg) knapp eine Medaille. Quesada, Weltmeister von 2022, beendete das Turnier auf dem fünften Platz.

Jairo Agenjo, sichtlich überwältigt von seinem Erfolg, erklärte nach dem Finale: „Ich habe jeden Tag, jede Woche, jeden Monat, jedes Jahr hart in meinem Verein gearbeitet, und jetzt ist der Moment gekommen. Ich bin sehr glücklich!“ Sein Blick richtet sich nun auf den Grand Prix in Rom und die Weltmeisterschaften im kommenden Jahr – mit dem Traum von den Olympischen Spielen.