Bhc verpasst chance im abstiegskampf – kann sonntag nachziehen!
Wuppertal bangt – der Bergische HC hat eine reelle Chance vergeben, sich im Abstiegskampf Luft zu verschaffen. Die Niederlage gegen Wetzlar lastet schwer, doch die nächste Möglichkeit zur Punkteverteidigung ist bereits am Samstag gegen die TSV Hannover-Burgdorf denkbar. Die Frage ist: Können die Wuppertaler die Revanche für das Pokal-Debakel nehmen?
Ein system im wandel: hannover unter neuer führung
Anfang November kassierte der BHC im Achtelfinale des DHB-Pokals eine deutliche Niederlage gegen die Niedersachsen – ein 40:38 nach Verlängerungen. Zwei Wochen später folgte die unrühmliche Revanche in der Bundesliga mit einem klaren 34:30-Heimsieg. Doch seitdem hat sich einiges verändert. Nach dem Aus von Christian Prokop hat Juan Carlos Pastor das Ruder bei Hannover übernommen und das Spielsystem modifiziert.
„Sie arbeiten nun viel mit Kreuzbewegungen und Außenangriffen“, so BHC-Trainer Arnor Gunnarsson. „Die Abwehr ist ähnlich ausgerichtet – meist eine offensiv ausgerichtete 6:0-Deckung. Gegen Gummersbach haben sie zudem eine 3:2:1-Variante gezeigt.“ Der BHC muss sich also auf eine flexible und anpassungsfähige Mannschaft einstellen.

Europa-ambitionen und fehlende stützen: hannover im vorteil?
Hannover befindet sich zwar im gesicherten Mittelfeld der Bundesliga, doch in der European League weht ein ganz anderer Wind. Dort sind die Niedersachsen sogar ins Viertelfinale gelangt und haben am Mittwoch ein spannendes 39:39 im Hinspiel bei der SG Flensburg-Handewitt erkämpft. Ein Vorteil für den BHC? Markus Pütz, der zweite Cheftrainer des BHC, erinnert daran: „Im Hinspiel hatten sie nur zwei Tage Pause nach einem internationalen Einsatz. Da haben sie uns geschlagen.“
Ein weiterer Faktor ist der Ausfall von Marian Michalczik, der sich einen Fußbruch zugezogen hat. „Er war ein wichtiger Pfeiler unserer Mannschaft“, bedauert Pütz. Dennoch ist der Großteil des Kaders fit und einsatzbereit. Dazu gehören unter anderem Renars Uscins, Leif Tissier, Justus Fischer und Jonathan Edvardsson – ehemalige und aktuelle Leistungsträger, die dem BHC alles abverlangen werden.

Selbstkritik und entschlossenheit: der bhc richtet den blick nach vorne
Die Enttäuschung über die Leistung gegen Wetzlar ist beim Trainergespann deutlich spürbar. „Wir haben uns selbst hinterfragt“, gesteht Pütz. „Wir haben es im Training nicht geschafft, die Mannschaft nach der Doppelbelastung beim Final4 wieder so aufzubauen, dass sie ihre Leistung konstant über 60 Minuten halten konnte.“
Die Reaktion im Training dieser Woche war jedoch vielversprechend. „Die Einheiten waren sehr intensiv“, so Gunnarsson. Mit einem unveränderten Kader wollen die Bergischen nun ihre nächste Chance nutzen und wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt einfahren. „Für uns sind das sechs Endspiele zum Abschluss der Saison. Das erste davon haben wir verloren, aber wir sind überzeugt, dass wir das Potenzial haben, jedes dieser Spiele zu gewinnen, wenn wir 100 Prozent geben. Das ist unser Ziel für Samstag“, so Pütz mit Nachdruck.
