Betis u12 zerstört barças traum und jagt den weltpokal in brunete

Sieben Tage, fünf Spiele, kein einziger Fehlstart: Der Real Betis zieht als einzige ungeschlagene Mannschaft in das Finale der LaLiga FC Futures und trifft dort auf Flamengo. Die Andalusier schickten Barça mit zwei Schüssen ins Trostfinale – und zeigten, wie man Tiki-Taka mit Tempo und Toben zerlegt.

Jesús und secano schreiben halbfinale-geschichte

Barcelona dominierte die Ballbesitzstatistik, doch die Zahlen lügen nicht immer. Jesús, der Turniertorjäger mit der 9 auf dem Rücken, schraubte sich in der 14. Minute an den ersten Pfosten und köpfte Betis in Führung. Die Azulgranas antworteten mit druckvollen, aber ideenlosen Vorstößen. Nach der Pause kam Secano einen Schritt früher am zweiten Pfosten – 2:0, Spiel entschieden.

Trainer Kike Alarcón wechselte nicht einmal, als sein Team in Unterzahl trainierte. „Sie sollen lernen, dass man auch mal leiden muss“, sagte er später. Seine Jungs hielten durch, weil sie es gelernt haben, Woche für Woche auf den staubigen Plätzen von Montilla.

Flamengo ertränkt psg mit einem fernschuss und viel elan

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Im zweiten Halbfinale wartete der brasilianische Punch. Miguel Fernandes zog aus 22 Metern ab, der Ball rutschte durch die Finger von PSG-Keeper Édouard und plötzlich war die Pariser Mauer fällig. Torhüter Diogo Parente hielt, was zu halten war – und noch ein paar Schüste mehr. Die 1:0-Siegessymphorie war verdient, aber knapp wie ein Grinsen.

Für Flamengo ist es das zweite Finale in Folge; im Vorjahr verloren sie gegen Atlético Madrid. Diesmal wollen sie den Pokal mit nach Rio tragen, und sie haben einen Plan: „Pressing aus der 4-2-3-1-Formation, dann schnell umschalten“, sagte Co-Trainer Márcio Santos. Klingt einfach, ist aber effektiv, wenn man acht Jahre alt ist und trotzdem schon 30-Meter-Sprints in 4,8 Sekunden schafft.

Der clásico der frühstückszeit: barça besiegt real madrid und darf noch um bronze sprinten

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Vor der Fiesta der Halbfinals ging es morgens um Madrid-Lorbeeren. Barça lag früh zurück, drehte die Partie durch zwei Solo-Läufe von Pedro und Joel. Real-Coach Alberto Fernández nahm es mit Humor: „Wir verlieren hier, gewinnen aber Erfahrung – und die ist auf Dauer wertvoller als jede Medaille.“

Die Statistik des Tages liest sich wie ein Rap-Song: drei Rot-Weiß-Duelle, zwei Latein-Derbys, eine Handvoll Trainingsbälle und unzählige Tränen – aber nur eine Gold-Chance. Die nutzt nun Betis.

Für die Deutschen unter uns: Dieses Turnier ist kein Kindergeburtstag. Scouts von Ajax, Benfica und Bayer Leverkusen sitzen in Reihe zwei und tippen sich Notizen in Tablets. Der Pokal ist aus echtem Glas, schwer genug, dass zwei Spieler ihn tragen müssen. Und die Schuhe, die da durch den Schlamm pflügen, kosten bis zu 140 Euro – bezahlt von Eltern, die hoffen, dass der Sohn später mal die Rechnungen begleicht.

Am Sonntag, 11 Uhr spanische Zeit, ist Anpfiff. Dann wird Jesús nicht mehr nur in Montilla gefeiert, sondern in ganz Andalusien. Und wenn er trifft, schreit ganz Brunete – denn dann wäre Betis nicht nur ungeschlagen, sondern Weltmeister unter zwölf. Die Prognose: Es wird heiß, laut und kurz. Genau wie das Spiel, das wir alle lieben.