Berliner eiskunstlauf-talent jagt partnerin: olympia oder karriere-aus
Lukas Gneiding ist 22, Deutscher Junioren-Meister und steht vor dem Aus. Keine Partnerin, kein Training – und schon gar keine Olympia-Träume. Die Paar-Suche ist sein Vollzeitjob geworden.
Die größe entscheidet über alles
20 bis 30 Zentimeter sind sein Happy Place. Alles andere wäre „organisatorischer Selbstmord“, sagt der Berliner. Einen Zentimeter zu viel und die Würfe werden zur Lotterie. Trainer Ruben Blommaert jagt deshalb weltweit nach Kandidatinnen, die Gneidings Schulterhöhe nicht übersteigen. Die Shortlist ist geheim, die Tryouts laufen.
Instagram half. Minerva Hase, frisch gebronzt aus Mailand, teilte Gneidings Hilferuf mit – und löste eine Flut von Bewerbungen aus. „Er könnte Deutschlands Zukunft sein“, sagt sie. Ihr Partner Nikita Volodin nickt: „Ich habe zwei Jahre allein trainiert. Das frisst Seele und Sprungkraft.“

Trennung nach gold
Die Trennung von Anfisa Sevastianova kam keinem Zufall. Zwischen Cup of Innsbruck und Jahreswechsel häuften sich die Eis-Streits. „Wir haben uns auf dem Eis auseinandergelebt“, sagt Gneiding knapp. Der gemeinsame Junioren-Titel verpuffte als Erinnerung, nicht als Band.
Ohne neue Partnerin droht Exil in den Einzellauf – für Gneiding keine Option. „Zu groß, zu schwer, zu spät“, lautet sein Urteil. Faktisch bedeutet das: Entweder er findet die perfekte Match-Partnerin, oder die Karriere endet mit 23.
Nächste Woche fliegt er zu einem Testlauf nach Riga. Die Uhr tickt. Die Eislaufschuhe sind gepackt, das Studium wartet. „Wenn es bis 2027 klappt, ist alles drin. Danach wird’s eng.“ Die Klinge seiner Schlittschuhe ist scharf – seine Zeit dagegen messerscharf.
