Berlin volleys zittern sich zum pflichtsieg – reichert fällt aus
Die Berlin Volleys haben ihre Hausaufgabe gemacht, aber der Preis ist hoch. Beim 3:0 in München rutschte Moritz Reichert im dritten Satz mit dem Fuß weg, blieb liegen, hielt sich die Knöchelregion – und war weg. Die Diagnose steht noch aus, die Stimmung ist verhalten. Der Tabellenführer droht im Viertelfinale des CEV-Cups ohne zwei Mittelblocker und nun vielleicht auch ohne seinen Topscorer nach Italien zu reisen.
Piacenza-frust schwappt mit nach haching
Die 0:3-Pleite gegen die italienischen Profis von Piacenza am Donnerstag saß noch tief. Die Anfangsphase in der Ballsporthalle München-West war entsprechend verkrampft. Haching nutzte die Unsicherheit, zwang die Hauptstädter in zwei enge Sätze und hatte in beiden den Satzball. Beide Male vergaben sie ihn mit leichtfertigen Aufschlagfehlern. „Wenn wir die so besiegen, reicht es für Europa nicht“, sagte Florian Krage-Brewitz, der die Virus-Welle im Team offen ansprach. Drei Spieler fehlen krank, zwei langfristig verletzt.
Die Zahlen zeigen trotzdem die Klasse: 25:23, 26:24, 25:21 – drei Sätze, drei Mal die bessere Endphase. Die Volleys bleiben Erster, haben aber nur zwei Punkte Vorsprung auf VfB Friedrichshafen und drei auf SVG Lüneburg, der noch zwei Spiele weniger hat. Die Meisterschaft ist offener als in den Vorjahren.

Netzhoppers fallen nach satz eins in ein loch
In Königs Wusterhausen dagegen war nach 25:21 im ersten Satz Schluss mit lustig. Herrsching drehte auf, die Netzhoppers fanden keine Antwort mehr auf den Aufschlagdruck von Linus Stöckermann und die Mittelblock-Varianten von US-Boy Jake Hanes. 22:25, 18:25, 17:25 – die Folge war ein Déjà-vu: Die Brandenburger verlieren zu Hause das zweite Mal in Folge und rutschen auf Rang sechs ab. Trainer Filip Smit schüttelte nur den Kopf: „Wir haben aufgehört, aggressiv zu servieren. Dann sieht so eine Partie schnell alt aus.“
Das nächste Duell kommt prompt: Am Samstag gastieren die Volleys in der Lausitz. Für Königs Wusterhausen wird es ein Gradmesser, ob sie zu den Play-offs gehören oder nur mitspielen. Für Berlin ist es die Generalprobe vor dem CEV-Cup-Rückspiel in Italien. Die Rechnung ist einfach: Ohne Sieg in der Liga droht der Druck zu explodieren – und ohne Reichert wird die Aufgabe noch schwieriger.
Die Volleys haben 13 Tage, um sich neu zu erfinden. Danach entscheidet sich, ob die Saison noch ein Happy End bekommt oder das erste Mal seit 2018 ohne Titel endet.
