Berlin versinkt nach 117 sekunden im playoff-chaos

Die Eisbären Berlin haben sich in Straubing selbst abgeschossen – 0:3 stand es nach gerade einmal 117 Sekunden. Der Titelverteidiger taumelte durch das komplette erste Drittel, kassierte am Ende ein 1:5 und lieferte die bisher spektakulärste Pleite dieser Playoff-Runde ab.

Die tigers zerfetzten die deckung der eisbären im penalty-kill

Tim Fleischer traf nach 37 Sekunden, Tyler Madden und Tim Brunnhuber folgten binnen 73 Sekunden – drei Schüsse, drei Treffer, drei Berliner Fehler in der neutralen Zone. Straubing nahm die Gastgeschenke mit dem kühlen Blick eines Chirurgen entgegen und schraubte die Führung bis zur 42. Minute auf 5:0 hoch. Danjo Leonhardt und Nicholas Halloran schossen aus allen Lagen, weil ihnen kein Berliner Stöcker die Schaufel an die Kelle legte.

Liam Kirk verhinderte die Schmach des Shutouts fünf Minuten vor Schluss, doch sein Tor war Schmink-Kosmetik auf einer Schlägerei-Nase. Die Eisbären hatten sich in der Hauptrunde mit fünf Siegen in Serie direkt fürs Viertelfinale qualifiziert – genau dieser Schwung verpuffte in Niederbayern wie ein nasser Zündholz.

München folgt dem berliner beispiel

München folgt dem berliner beispiel

Der nächste Große, der stolperte, hieß EHC Red Bull München. Gegen Ingolstadt lag der viermalige Meister nach 26 Minuten 0:4, schaffte zwar noch den Anschluss, verlor aber letztlich 5:6. Der Heimvorteil war nach 60 Minuten Geschichte, die Serie wandert am Freitag ins Audi-Sportpark-Doubleheader nach Ingolstadt und Berlin.

Die Zahlen sind gnadenlos: Zweimal Favorit, zweimal Heimspiel, zweimal Pleite. Die DEL-Playoffs lieben die Drama-Faktoren, doch wer jetzt schon die mentale Klammer verliert, kann die Meister-Trophäe direkt an die Konkurrenz verschenken.

Die Schwenninger Wild Wings erwarten am Mittwoch die Kölner Haie, Adler Mannheim und Fischtown Pinguins Bremerhaven eröffnen ihre Best-of-Seven-Serie ebenfalls diese Woche. Für Berlin und München heißt es: Auftakt versaut, Serie noch längst nicht verloren – aber der Druck steigt mit jedem Blick auf die Tabelle.

Die Eisbären reisen mit einem 0:1-Rückstand und einem 0:3-Trauma zurück in die Hauptstadt. Die Erkenntnis: In der Post-Season zählt keine Historie, nur die ersten 117 Sekunden können reichen, um eine Saison in den Abgrund zu stoßen.