Bella-kotchap fällt bis april aus – verona muss defensive notlösung finden
Armel Bella-Kotchap wird den Hellas Verona mindestens vier Wochen nicht zur Verfügung stehen. Die medizinischen Tests bestätigten am Samstag die Befürchtung: Riss des linken Bizepsfemoris, Ausfall bis nach der Länderspielpause. Gegen Genua und Atalanta muss Trainer Marco Baroni auf die Leihgabe von Southampton verzichten – ein Schicksalsschlag für die Abwehr, die bereits 39 Gegentore kassiert hat.
Die zahlen, die baroni nicht schlafen lassen
Seit der Winterablöse stand Bella-Kotchap in zehn Serie-A-Partien auf dem Platz. Verona holte in diesen Spielen 14 Punkte, kassierte aber nur neun Gegentreffer – ein Schnitt von 0,9 pro Spiel. In den restlichen 14 Begegnungen ohne den 22-Jährigen: 30 Gegentore (2,14). Die Differenz ist brutal und zeigt, warum die Sportdirektion umgehend nach einem Notnavi sucht.
Baroni testete gestern im Training erstmals die Dreierkette mit Dawidowicz–Hien–Magnani. Die Variante wirkt, gelinde gesagt, wackelig. Dawidowicz ist gerade erst von einer Sprunggelenksprellung zurück, Hien läuft auf Sichtvertrag und Magnani gilt als Spieler, der in der Luft schwimmt, wenn der Gegner zweimal tempo macht.

Was bella-kotchap neben defensive bringt
Der Deutsche ist kein klassischer Zerstörer. Seine Stärke liegt im vertikalen Vorstoß: 72 Prozent seiner Ballgewinne leitete er sofort in den Konter um. Das erklärt, warüm Veronas xG-Wert (Expected Goals) in den Minuten mit Bella-Kotchap bei 1,3 lag, ohne ihn nur bei 0,8. Die Offensive lebt vom schnellen Umschalten – und genau dieses Moment fehlt nun.
In der Kabine genießt der 1,90-Meter-Mann hohes Ansehen. „Er spricht kein Wort Italienisch, aber jeder versteht seine Körpersprache“, sagte Tijd Hateboer nach dem 2:1 gegen Sassuolo. Die hellblauen Fans fürchten, dass mit ihm auch die letzte Portion Selbstvertrauen abreist.
Die pattsituation auf dem transfermarkt
Verona darf aufgrund der Fair-Play-Regel nur noch mit Leihgeschäften planen. Ein Anruf bei Chelsea fiel flach: Bashir Humphreys ist für die Rückrunde schon an Swansea vergeben. In Serie B spielt derweil Genoa-Leihgabe Koni De Winter mit offenem Visier, doch der Klub will den Belgier nicht vorzeitig abziehen. Bleibt die Notlösung Intern: Baroni erwägt, Florentin Pogba aus der U-23 hochzuziehen – ein Mann, der seit 460 Tagen kein Pflichtspiel bestritten hat.
Die nächsten Gegner versprechen kein mildes Programm: Genua erzielte in den letzten fünf Heimspielen zwölf Tore, Atalanta trug die höchste Zweikampfquote der Liga (56,8 %). Wenn Baroni bis April keine Lösung findet, könnte der Klassenverbleib vom letzten Aufgebot abhängen – und von der Frage, ob Bella-Kotchap nach der Pause wirklich schmerzfrei zurückkommt. Seine letzte Verletzung (Syndesmose) kostete ihn 71 Tage. Die Prognose lautet: mindestens 30, eher 35. Für Verona ist das eine Ewigkeit, die in der Tabelle bis zur roten Zone reicht.
