Bayern-offensive wird teuer: musiala, davies und urbig fallen nach bergamo-coup aus
Das 6:1 war ein Fest – und wird zum Verletzungstermin. Kaum hatte der FC Bayern Atalanta niedergebrannt, musste Trainer Vincent Kompany drei Spieler an die Reha verlieren. Jamal Musiala (21) humpelt, Alphonso Davies (24) weinte sich in die Kabine, Jonas Urbig (22) wurde am Arm getragen. Alle drei stehen kurzfristig nicht zur Verfügung.
Das Trio erlitt die Blessuren im Stadio Atleti Azzurri d’Italia, wo die Münchner vor 23.600 Zuschauern das Achtelfinal-Hinspiel dominierten. Musiala kam zur Pause, doch nach einem Zweikampf zwickte sein altes Sprunggelenk – jenes, das ihn im Sommer monatelang lahmte. Davies folgte in der 71. Minute, die Hand vor dem Gesicht, die Oberschenkelrückseite verkrampft. Urbig kollidierte in der Nachspielzeit mit Zapata, taumelte wie nach einem Box-K.o.
Diagnose: schock, zerrung, gehirnerschütterung
Die Untersuchungen in der München Klinik bestätigten die schlimmste Befürchtung. Musiala: Schmerzreaktion am Syndesmose-Standbein, Belastungspause. Davies: hintere Oberschenkelmuskulatur rechts angerissen, Ausfallzeit „mehrere Wochen“, so Teamintern. Urbig: leichte Gehirnerschütterung, Protokoll-Phase bis mindestens Montag. Für das Rückspiel am Mittwoch steht nur noch Sven Ulreich zwischen den Pfosten – Neuer fehlt ebenfalls, Daniel Peretz rückt aus der zweiten Mannschaft nach.
Die Zahlen sind hart: Bayern verlor in 180 Sekunden drei Leistungsträger, die zusammen 73 Prozent der Saisonspiele bestritten. Davies war gerade zurückgekehrt, nachdem ihn ein Kreuzbandriss neun Monate kostete. Musiala spielt sich langsam aus dem Wadenbeinbruch heraus, Urbig hatte sich gerade als Neuer-Nachfolger empfohlen. Jetzt droht erneut Stillstand.

Kompany muss umbauen – leverkusen und berlin werden zum test
Vor der Länderspielpause warten zwei Pflichtspiele, die plötzlich Brisanz versprühen: Samstag in Leverkusen, dann Heimspiel gegen Union Berlin. Kompany wird auf Raphaël Guerreiro und Noussair Mazraoui als Außenverteidiger zurückgreifen, im Mittelfeld rückt Leon Goretzka neben Joshua Kimmich. Offen ist, ob Mathys Tel links übernimmt oder Serge Gnabry ins Zentrum rutscht. Die 6:1-Tormaschine läuft, aber die Teile werden teurer.
Die medizinische Abteilung arbeitet mit Hochdruck. Dr. Roland Schmidt kündigte „individuelle Reha-Pläne“ an, die auf Muskelfrequenz und GPS-Daten basieren. Ziel: Rückrunde ohne erneute Rückschläge. Die Champions-League-Tickets für das Viertelfinale sind bereits gebucht – doch wer sie entwerten darf, steht auf der Frageliste.
Die Botschaft ist klar: Bayern feiert den höchsten CL-Auswärtssieg seit 2019, zahlt aber sofort die Rechnung. Ein Torfestival, drei Krücken, ein wackelnder Kader. Die Nacht von Bergamo war ein Geschmack von Ruhm – und ein Vorgeschmack auf den engen Kaderplan, der den Titel entscheiden könnte.
