Bayern zieht vor das dfb-gericht: diaz-sperre nach dingerts eingeständnis lässt rekordmeister rasen

Die Bayern-Seuche heißt Schiedsrichter. Nach dem 1:1 in Leverkusen kocht die Münchner Arena wieder, denn Christian Dingert rudert zurück – und Bayern zieht Konsequenzen: Protest gegen die Sperre von Luis Diaz, gelb-rot nach einer Szene, die der Referee selbst als „zu hart“ einstuft. Der Klub bestätigt den Schritt bei Sky, das Sportgericht des DFB muss nun entscheiden, ob Dingerts Nachspiel-Einsicht reicht, um die Strafe zu kippen.

Dingert kassiert sich selbst – und kassiert diaz

Die 78. Minute in der BayArena. Diaz stürmt auf das Tor, Hradecky kommt raus, es gibt Kontakt – und Dingert zückt Gelb-Rot. Erst nach Abpfiff sieht der Unparteiische die TV-Bilder und sagt ins Mikro: „Wenn ich jetzt die Bilder sehe, ist es kein Elfmeter, das ist mal klar. Gelb-Rot ist sehr hart, das würde ich jetzt nicht mehr so geben.“

Doch die Karte steht, Diaz fehlt gegen Mainz. Bayern reicht Einspruch ein, rechtlich ist die Tür offen, wenn die Entscheidung als „offensichtliche Fehlentscheidung“ gilt. Manuel Gräfe, langjähriger FIFA-Ref, sieht das anders: „Diaz sucht den Kontakt, während der Keeper steht. Wer den Schiri täuschen will, muss mit Konsequenzen leben.“

Die szene, die keiner thematisiert: glück im unglück

Die szene, die keiner thematisiert: glück im unglück

Vor dem umstrittenen Platzverweis hatte Diaz bereits Glück, dass er für ein 2-Meter-Bein gegen den Kopf eines Gegners nicht direkt Rot sah. Gräfe: „Das ist gesundheitsgefährdend, eigentlich Rote Karte.“ Die fehlende zweite Gelbe für dieses Foul fliegt unter dem Radar, verkommt zur Fußnote – wäre aber ein Indiz für eine vollständige Spielverdichtung gewesen.

Bayern-Vorstand Jan-Christian Dreesen lässt dem DFB keine Pause: „Die Leistung in Leverkusen war der Höhepunkt einer Phase, in der wir immer wieder mit fragwürdigen Entscheidungen konfrontiert waren. Ob beim HSV, in Dortmund oder in Leverkusen – es gab eben immer wieder strittige Szenen, die oft gegen uns liefen.“ Die Forderung: Schiedsrichterleistung muss sich verbessern, sonst verliert der Verband die Glaubwürdigkeit.

Die nächsten tage entscheiden über diaz und die liga

Die nächsten tage entscheiden über diaz und die liga

Das DFB-Sportgericht tagt zeitnah. Zahlt Bayern die 1000-Euro-Protestgebühr, kann der Klub vor allem politisch punkten: ein Top-Klub, der sich nicht länger mit Schiri-Pannen abfindet. Selbst wenn die Sperre fällt, bleibt der Beigeschmack – Dingerts Eingeständnis ist dokumentiert, der Schiedsrichter-Bebenherd München erhält neue Munition.

Für Diaz heißt es: Trainieren, warten, hoffen. Für den FC Bayern: Der Druck auf Ligen-Chef Steffen Merkel wächst, die Saison wird zur Schiedsrichter-Saison. Die Liga schaut auf Mainz – und auf das Protokoll, das in diesen Tagen Geschichte schreiben könnte.