Bayern kassiert klatsche: dfb lässt díaz-sperre bestehen – flick muss auf superstar verzichten

Mit einem Schlag ist die Luft raus. Der FC Bayern München scheitert im Eilverfahren vor dem DFB-Sportgericht mit seinem Einspruch gegen die Gelb-Rot-Sperre von Luis Díaz. Der kolumbianische Flügelflitzer muss gegen Union Berlin zwingend pausieren – ein Schock für Trainer Hansi Flick, der bereits auf die Langzeitverletzten Musiala und Sané blickt.

Die Begründung klingt kalt, ist aber juristisch unumstößlich: Schiedsrichter Christian Dingert habe zwar post-match eingeräumt, dass er „heute anders entscheiden würde“, doch laut Richter Stephan Oberholz reicht das nicht, um eine Tatsachenentscheidung zu kippen. „Nur bei einer gravierend, offenkundig und objektiv unrichtigenFehlentscheidung greift die Korrektur – das ist hier nicht gegeben“, zitiert das DFB-Urteil.

Warum dingerts einsicht nichts nützt

Der Clou: Dingert sah den entscheidenden Kontakt zwischen Díaz und Leverkusens Opoku erst nach dem Abpfiff in der Slow-Motion-Repeat. Doch selbst diese nachträgliche Erkenntnis ändert laut Oberholz nichts an der Rechtslage. „Der Referee hat den Spielverlauf live bewertet und dabei eine echte Täuschung durch den Angreifer erkannt – das ist keine Fehlentscheidung im Sinne der Statuten“, betonte der Vorsitzende. Kurz: Der Video-Beweis kommt zu spät, wenn das Spielblatt bereits unterschrieben ist.

Für Bayern bedeutet das: erneut ein Kraftakt in der Meisterschaft. Ohne Díaz’ Tempo auf der linken Seite droht die Angriffslücke, die schon in Leverkusen sichtbar war. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In den letzten sieben Bundesliga-Partien ohne den 25-Jährigen holte der Rekordmeister nur neun von 21 möglichen Punkten – Tendenz fallend.

Flick zittert um top-vier-platz

Flick zittert um top-vier-platz

Intern ist man verschnupft. „Wir akzeptieren das Urteil, aber wir verstehen es nicht“, zitiert die Süddeutsche Zeitung einen Club-Funktionär. Die Angst vor einem erneuten Champions-League-Aus scheint real: Liegt derzeit nur zwei Zähler vor Leipzig, würde eine Niederlage gegen Union Berlin die Lage weiter zuspitzen. Die nächsten Gegner: Dortmund, Frankfurt, Freiburg – alles Teams, die den Bayern zuletzt weh tun konnten.

Und Díaz? Muss jetzt selbst schauen, wie er mit der Situation umgeht. Laut Vereinsangaben trainiert er bereits individuell, um nach der Zwangspause sofort wieder anzugreifen. Ob das reicht, um die Saison zu retten, steht auf einem anderen Blatt. Fest steht: Die Münchner müssen nun erst einmal ohne ihren kolumbianischen Zauberer auskommen – und das in einer Phase, in der jeder Punkt zählt.