Werder bremen rutscht zurück: malatini fällt aus – abstiegskampf eskaliert
Die Hoffnung war ein Hauch, nicht mehr. Nach zwei Siegen in Serie glaubten selbst hartgesottene Weser-Anhänger, der Abstieg sei nur noch ein Schreckgespenst. Doch das 0:2 gegen Mainz 05 riss den grün-weißen Schleier herunter – und mit Julian Malatini verabschiedet sich auch noch der letzte stabile Mann in der Innenverteidigung für den Rest der Saison.
Thioune spricht von rückschritt – die zahlen sprechen von panik
Werder war nicht einfach schlecht, sie war nicht da. 0,7 expected Goals, keine nennenswerte Aktion nach der Pause, dafür zwei individuelle Fehlerkaskaden, die Paul Nebel und Jae-Sung Lee eiskalt ausnutzten. „Wir waren von Beginn an immer zweiter Sieger“, sagte Daniel Thioune, und klang dabei wie ein Lehrer, der weiß, dass die Klassenfahrt ins Wasser fällt.
Die Tabelle lügt nicht: Platz 15, nur zwei Punkte Vorsprung auf Relegationsrang 16, dazu das schlechteste Torverhältnis der unteren Hälfte. Die Mannschaft, die vor zwei Wochen noch von der „Wende“ schwärmte, ist wieder dort, wo sie seit Jahren verharrt – auf Tauchstation.

Malatini: das syndesmoseband ist gerissen, der plan auch
Der Argentinier hatte sich gerade mit klareren Verteidigungslinien und präzisen Zuspielen in die Startelf gespielt. Nun droht ihm neben den physischen Schmerzen auch der mentale: Saisonende Mitte Mai, Reha-Zeit mindestens vier Monate. „Er war gerade wirklich gut drin“, sagte Thioune, der weiß, dass Stark, Lynen und nun Malatini fehlen – plus Stage gesperrt. Die personelle Tiefe? Ein Mythos an der Weser.
Für Samstag (15:30 Uhr) in Wolfsburg stehen dem Trainer maximal 16 Feldspieler zur Verfügung, darunter drei Debütanten, die gegen Mainz gerade mal 17 Bundesliga-Minuten auf dem Buckel haben. Die Einsatzzeiten von Samuel Mbangula, Felix Agu und Karim Coulibaly bleiben Notlösungen, keine Impulse.

Die angst vor dem zweiten frühjahrsmarathon
Leonardo Bittencourt warnte, „nicht wieder alles schwarz“ zu malen. Doch die Farbpalette ist arg limitiert: Seit Jahresbeginn holte Werder aus fünf Heimspielen nur vier Punkte, kassierte in jedem zweiten Spiel mindestens zwei Gegentore. Die Defensive ist ein Schweizer Käse, der Angriff ein Schattenparker.
Der Marathon, den Thioune prophezeite, droht zur Sprint-Qual wird. Noch sieben Partien, davon vier gegen direkte Konkurrenten. Die simple Rechnung: Wer bis Spieltag 30 nicht mindestens 32 Punkte hat, muss im Mai um den Verbleib zittern. Werder steht bei 24.
Die Fans sangen gegen Mainz noch 15 Minuten vor Schluss „Wir bleiben hier“. Die Frage ist nur: in welcher Liga?
