Bayern demontiert bergamo: olise trifft doppelt, davies fällt aus
6:1 in Bergamo – der FC Bayern feiert in der Champions-League-K.o.-Phase ein Schaulaufen, das selbst das nasskalte Mailänder Voralpenland erwärmt. Michael Olise trifft zweimal, Jamal Musiala knackt die 100er-Marke, doch zwei verletzte Profis trüben den Auftritt.
Kompany setzt auf rotation und wird belohnt
Vincent Kompany rotiert auf sieben Positionen, setzt Nicolas Jackson statt Harry Kane und schickt Josip Stanisic zurück nach Bergamo – genau dort, wo der Österreicher im Europa-League-Finale 2024 mit Leverkusen noch unterging. Diesmal schlägt Stanisic nach zwölf Minuten zu, bevor Olise und Serge Gnabry die Partie bis zur Pause zur Vorentscheidung treiben. Der Plan des belgischen Trainers: frühes Pressing, sofortige Räume nutzen, Atalantas Manndeckung mit Laufkraft zerlegen. Geht auf wie die sprichwörtliche Eins.
Die Italiener, gegen deutsche Teams zuletzt sieben Mal in Serie ungeschlagen, wirken von der Geschwindigkeit überrannt. Bergamo wirft zwar Mut nach vorn, doch jeder zweite Pass landet im Out oder direkt bei einem rot-weißen Trikot. Die Zahlen nach 90 Minuten: 17:3 Torschüsse, 63 Prozent Ballbesitz, 6:0 Tore – bis zur Nachspielzeit.

Der jubel hat zwei schattenseiten
Nach Seitenwechsel erhöht Jackson per Konter, Olise wiederholt sein Kunststück, Musiala vollendet mit seinem 61. Assist plus 39. Tor in 183 Pflichtspielen. Dann die Dämpfer: Alphonso Davies, gerade von einer Muskelblessung zurück, verreißt sich erneut. Jonas Urbig und Nikola Krstović kollidieren beim 6:1-Gegentreffer, beide bleiben liegen – Urbig muss mit Verdacht auf Schädelprellung vom Feld.
Olise und Joshua Kimmich sehen Gelb, fehlen im Rückspiel. Dennoch: Ein 6:1 im Achtelfinal-Auswärtsspiel ist ein Statement. Bayern hat in dieser Saison 29 Pflichtspiele nicht verloren, erzielt im Schnitt 2,8 Tore pro Begegnung. Atalanta muss in München mindestens fünf Treffer erzielen, um weiterzukommen – ein Ding der Unmöglichkeit gegen die derzeit beste Abwehr Europas.
Die nächste Runde dürfte Real Madrid oder Manchester City bringen. Für Kompany zählt jetzt nur: Fitnessteam alarmieren, Rotation fortsetzen, den Schwung mitnehmen. Der Traum vom Titel in London ist nach diesem Abend ein gutes Stück greifbarer geworden.
