Baskonia hält den negativlauf: acht euroleague-niederlagen in serie
Vitoria – Der Traum von den Play-offs ist längst geplatzt, das Albtraum-Comeback bleibt. Saski Baskonia kassierte im Buesa Arena die achte Pleite in Folge, diesmal gegen Estrella Roja (100-108 n.V.), und schaffte sogar das Kunststück, ein Spiel zu verlieren, in dem man 17 Sekunden vor Ende noch drei Punkte führte und Freiwürfe zum Sieg hatte.
Der 31-punkte-mann trifft – und trifft daneben
Trent Forrest trug die Baskonia-Offensive mit 31 Punkten und vier Assists, vergab aber jenen entscheidenden Freiwurf 20 Sekunden vor Schluss. Statt 94-91 würde es 91-91, weil Jared Butler links in der Ecke völlig blank stand und mit der Schlusssirene die Verlängerung erzwang. Dort war plötzlich nur noch der gegnerische Akteur zu sehen, der einst selbst im Baskonia-Trikot lief.
Chima Moneke quittierte seinen Rückkehr-Auftritt mit 22 Punkten, acht davon in der Overtime, plus zwei Blocks und einem permanenten Grinsen. Jedes Mal, wenn der Nigerianer traf, schlug er demonstrativ die Hände vor die Ohren, als wolle er die Pfiffe der eigenen Fans ausblenden. Die Antwort der Hausherren? Ein verwandelter Dreier von Luwawu-Cabarrot und danach nichts als Zittern.

Kurioser start, klarer vorsprung – und ein kollaps
Die ersten zehn Minuten lesen sich wie ein Drehbuch für ein Basketball-Feuerwerk: drei Dreier von Mattias Markus Frisch, 100-prozentige Trefferquote, 27-28. Baskonia dreht das Spiel, wehrt sich mit Defense statt Dreierkette und geht mit 52-42 in die Kabine. Die Arena tobt, Estrella wirkt spritzenreif. Doch im dritten Viertel schlägt die Stunde des ehemaligen Baskonia-Playmakers Codi Miller-McIntyre: neun Assists, Tempo, Chaos. Die serbische Defense verschärft sich, Baskonia wirft in einem 1-10-Lauf nur einen Korb, Diakité foult sich mit 29:13 Minuten raus.
37 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit fehlten noch acht Punkte. Dann der vermeintliche Klassiker: Forrest trifft Dreier plus Bonus, Luwawu-Cabarrot versenkt zwei weitere Fernwürfe, Baskonia liegt 91-88. Zwei Freiwürfe für den Point Guard – und der Rest ist ein Déjà-vu mit bitterem Nachgeschmack.

Die rechnung am ende: 16 off-boards, 18 ballverluste
Die Statistik lügt nie. Baskonia verlor 16 Rebounds an die Gäste, verschenkte 18 Possessions und kassierte in der Verlängerung 17 Punkte, ohne selbst eine Antwort zu finden. Estrella nutzte jeden zweiten Ball, verwandelte 48 % aus dem Feld, traf 12 Dreier – und durfte jubeln, obwohl das Spiel zweimal verloren schien.
Pablo Laso war nicht anwesend, die Verantwortung trug Interimscoach Dusko Ivanovic, der nach dem Schlusspfiff nur ein Kommentar blieb: „Wir haben alles richtig gemacht – bis zur letzten Minute.“ Die Fans verließen kopfschüttelnd die Halle, einige buhten, andere applaudierten trotzdem. Die Saison ist nur noch ein Schaulaufen der Frustmomente.
Mit 12 Siegen und 22 Niederlagen rutschen die Baskones auf Platz 14 ab, punktgleich mit Barcelona, dem nächsten Gegner am Freitag im Palau Blaugrana. Wenn es einen besseren Zeitpunkt gibt, um den Lauf zu stoppen, ist er jetzt. Sonst bleibt nur die tröstliche Gewissheit: Nach der achten Pleite kann es nur noch aufwärts gehen – oder die Saison endet in der ewigen Dunkelheit.
