Barça und real madrid liefern sich clásico mit turbo-druck
Am Sonntagabend (19 Uhr, Palau Blaugrana) explodiert wieder der Clásico. Der FC Barcelona muss gewinnen, will er in der Liga Endesa nicht endgültig abgehängt werden. Real Madrid reist mit dem Komfort einer 20-2-Bilanz und vier Siegen Vorsprung an der Spitze, doch die Statistik lügt nicht: Das letzte ACB-Duell in Barcelona liegt fast zwei Jahre zurück, und die 100:105-Niederlage vom 4. Januar nagt noch immer an den Madrilenern.
Die notlage der katalanen
Pesniki-Coach Željko Obradović schwört sein Team seit Tagen darauf ein: „Verlieren wir, sind wir seis Siege hinter Madrid und zwei hinter Valencia – das ist keine Lücke, das ist ein Graben.“ Nach dem Derby-Knaller gegen Joventut (78:82) und vier Euroliga-Pleiten in Serie war der Sieg in Valencia zwar ein Schluck Wasser in der Wüste, reicht aber nicht. Tomáš Satoranský gibt sich kämpferisch: „Wir haben die Pflicht, unseren Fans das Selbstvertrauen zurückzugeben.“
Die Reihenfolge der Probleme liest sich wie ein Horrorszenario: Nur noch 13 Spiele Saisonrest, UCAM Murcia als Dritter bereits zwei Siege weg, dazu der belastende Termin-Kalender. Barcelona fliegt heute Nacht noch aus Kaunas zurück, Madrid hatte seinen Euroleague-Fauxpas in der eigenen Halle bereits verarbeitet. Chus Mateo rotiert deshalb bewusst: Causeur, Deck und Ndiaye werden geschont, Tavares und Llull nur so lange gefordert, wie nötig. „Wir wollen den Clásico gewinnen, aber wir wollen auch nicht die beiden Euroliga-Finals nächste Woche verspielen“, sagt der Coach.

Palau-fluch und offensive als einzige waffe
Die Zahlen sprechen gegen Barça: Seit dem 100:105-Spektakel vor fünf Monaten schoss Madrid in der Liga 48 % aus dem Feld, Barcelona nur 42 %. Im Palau ist der Clásico ohne Zuschauermauer – 7.500 Stimmen, die klingen wie 15.000 –, aber genau das kann der Funke sein, den Obradović zündet. „Wenn die erste Dreier-Kette fällt, glauben wir wieder an das Märchen“, sagt ein Staff-Mitarbeiter. Die Schlüssel heißen Kuric, Abrines und Mirotic: Wenn sie ins Rollen kommen, kann auch Tavares‘ Rebound-Monopol ins Wanken geraten.
Real hingegen setzt auf Tempo-Kontrolle. Mit einem Plus-14-Bilanz in Punkten aus Fastbreaks liegt Madrid vorne, doch Barcelona führt die Liga bei den Assists. Ergo: Stoppt Madrid den Ballfluss, erstickt es Barças Seele. Verliert Madrid, bleibt der Vorsprung trotzdem komfortabel – gewinnt Barça, schmelzen vier Siege auf zwei zusammen, und die Endphase der Saison bekommt ein neues Gesicht.
Kick-off 19 Uhr, DAZN und Movistar Plus+ live, Radio MARCA mit Dauerton. Die Anpfiff-Whistle wird nicht nur ein Spiel eröffnen, sondern eine Saison neu justieren. Madrid will die Vorentscheidung, Barcelona den Anschluss. Der Clásico wartet auf seine nächste Episode – und die schreibt sich nie nach Drehbuch.
