Bär statt sandsack: machmudows irrer plan gegen fury – und warum mama ihn nie wieder anschaut

Arslanbek Machmudow hat sich für den größten Kampf seines Lebens etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Er ging auf Bärenjagd – im Boxring. Die Videos, die seit gestern durchs Netz flimmern, zeigen den 1,92 m-Riesen, wie er sich mit einem mächtigen Braunbären im Moskauer Schnee balgt. Keine PR-Aktion, sondern blanker Irrsinn, wie er selbst zugibt: „Der Bär wollte mich beißen. Ein Zentimeter mehr, und meine Karriere wäre vorbei gewesen.“

Mutter, kind und das raubtier

Mutter, kind und das raubtier

Was für Fans als neue Internet-Provokation daherkommt, war für Machmudows Familie ein Schock. Als die Mutter das Clip-Video sah, brach sie in Tränen aus. „Sie rief mich an und schrie: ‚Hast du den Verstand verloren? Deine Kinder werden dich nie wiedersehen!‘“, berichtet der 36-Jährige. Das Trainingstier stammt aus einem privaten Safaripark; ein Oligarch-Freund hatte den Boxer überredet. Die Rechnung: 90 Sekunden Spektakel, ein paar Klicks – und ein entzündeter Daumen, der heute noch schmerzt. Seitdem ist das Thema tabu im Wohnzimmer.

Am Samstag steigt in der Londoner O2-Arena der eigentliche Crash-Test. Tyson Fury, 476 Tage nach seinem letzten Kampf, kehrt zurück – und trifft auf einen Mann, der schon einmal deutlich gegen einen Deutschen verlor. Dezember 2023: Agit Kabayel drehte in der vierten Runde einen Leberhaken auf, Machmudow ging auf die Knie. Kabayel ist seither heiß auf einen WM-Titel, Machmudow auf Revanche. „Ich weiß, dass Fury ein Genie ist. Aber das Genie hat auch zwei Füße aus Fleisch“, sagt er und grinst schief.

Die Statistik spracheigentlich gegen ihn: 21 Siege, 19 K.o.’s, aber genau zwei Niederlagen – und beide gegen technisch versierte Gegner. Fury ist nicht nur größer, er schlägt auch schneller um die Ecke. Machmudows Coach Pawel Schorsow zückt deshalb alte Bänder von Lennox Lewis. „Wir müssen die Distanz kollabieren lassen“, sinniert er, während sein Schützling Seile springt und dabei 30 kg Weste trägt. Die Idee: früh Druck, früh Schmerz. Aber was nutzt brutale Kraft, wenn der Kopf schon gegen einen Bären verlor?

Promoter Frank Warren rechnet mit einem Ausverkauf in 24 Stunden. Die Frage ist nicht, ob die Arena bebt, sondern wie lange Machmudow durchhält. Fury selbst scherzte bei der Pressekonferenz: „Ich boxe gegen einen Typen, der mit Bären ringt? Umso besser, dann muss ich ihm nur zeigen, dass im Ring kein Waldtier herumläuft.“ Die Buchmacher sehen den Briten bei 1,12, den Russen bei 8,50 – ein Verhältnis, das sich seit gestern kaum bewegt, weil kein ernsthafter Zocker auf die Bären-Story setzt.

Für Machmudow bleibt nur eine Konstante: Wenn er in der fünften Runde noch steht, wird es eng für Fury. Der Russe hat nie die fünfte Runde überstanden, ohne mindestens einmal durchzutauchen. Kabayels Leberhaken sitzt noch in den Rippen. Der Plan lautet: „Ich muss ihn in meine Welt zerren, wo es kein Ringrichter gibt, nur Schmerz.“ Ob das reicht gegen einen Mann, der Wladimir Klitschko schon vor zehn Jahren entthronte? Die Antwort gibt’s Samstagabend – oder wenn der Bär wieder zuschnappt.