Babett peter packt bei eintracht frankfurt die macht an – und fordert sofort den fc bayern heraus

Die Olympia-Goldmedaillenträgerin spielt seit 60 Tagen die Rolle der coolsten Sheriff-Frau im deutschen Frauenfußball. Ergebnis: kein einziger Pleite-Eintrag, ein halbes Dutzend heißer Talente am Abflug und ein Statement, das in München sofort die Alarmglocken schrillen lässt. „Wir wollen in die Doppelspitze mit Bayern und Wolfsburg stoßen, sagt Babett Peter, Sportdirektorin von Eintracht Frankfurt, und lächelt dabei wie jemand, der weiß, dass sie gerade den Turbo eingebaut hat.

Der us-import mit deutschem wettkampf-gen

Chicago Stars, General-Manager-Büro, 90 Meter schwerer Asphalt und null Abstiegsangst – das war ihre Schule. Dort ging es um Full-House-Stadien, um Marke statt Marschrichtung. Peter kehrte zurück, weil sie die deutsche Ehrlichkeit vermisste: „In Amerika ist der Sport nur Nebenprodukt des Events“, sagt sie und wischt die Erinnerung an Show-Flairs beiseite. In Hessen herrscht wieder Liga-Alltag, und genau das liebt sie: „Unter Flutlicht in Wolfsburg ist das kein schwieriges Spiel, das ist Freude pur.“

Diese Freude hat Methode. Drei Schlüsselspielerinnen drohen abzuwandern: Nicole Anyomi, Elisa Senß, Geraldine Reuteler. Peter nimmt die Situation nicht als Katastrophe, sondern als Test. „Wir fragen: Haben wir zugehört? Haben wir uns weiterentwickelt?“ Wer trotzdem geht, darf gehen – aber nur, wenn der Abschied stilvoll ist. Kein Drama, keine Schuld, nur klare Kante. So funktioniert Führung 2024.

Champions league statt pflichtsieg – zwei titel sind das minimum

Champions league statt pflichtsieg – zwei titel sind das minimum

Peter nennt keine blumigen Projektnamen. Sie nennt Zahlen. „Zwei Titel“, sagt sie und meint damit Pokal und Europa-Cup. Das Halbfinale gegen BK Häcken ist laut ihr kein Hexenwerk, nur eine weitere Station auf dem Weg zur Geschichtsbücher-Edition. Dabei bleibt sie menschlich: „Vier, fünf Stunden bist du Fußballerin, ansonsten bist du Mensch. Wenn der nicht happy ist, performt er nicht.“ Deswegen fließt Geld nicht nur in Kader, sondern auch in „Stuff“ – Betreuer, Analysten, Seelen-Tuner.

Die Fans spüren den Unterschied. Seit Januar kein einziger Punktverlust, dazu Soundbites, die Selbstvertrauen erzeugen. Peter spricht von „Vollgas“, nicht von Prozessen. Sie spricht von „geiler Zeit“, nicht von Saisonzielen. Das ist kein Marketing-Deutsch, das ist Fußball-Deutsch, und es wirkt.

Am Mittwoch steht sie in Wolfsburg, ihrem albenverliebten Ex-Club. Dort will sie beweisen, dass Frankfurt nicht nur mitredet, sondern mitregiert. Die Rechnung lautet: Ein Sieg im Pokal plus ein Finaleinzug im Europacup = zwei Titel. Mehr hatte sie versprochen, mehr liefert sie nicht. Aber genau dieses Versprechen reicht, um die Liga aufzumischen.

Die Eintracht hat früher nach Spitzenreiter-Geheimnissen gesucht. Jetzt hat sie eins: eine 37-jährige Mutter, die weiß, dass Fußball erst dann funktioniert, wenn die Menschen dahinter funktionieren. Und wenn das dritte Kind unterwegs ist, wird eben mit Baby-Monitor und Transfer-Liste gleichzeitig gearbeitet. Die Gegner mögen das als Schwäche interpretieren – bis sie auf dem Rasen stehen und merken, dass Babett Peter keine Schwächen kennt, nur neue Spiele.