Ayora irrt in aronimink: spanien schickt 70. major-debütanten ins rennen
Der 23-jährige Ángel Ayora hat das Ticket für die PGA Championship in Aronimink gelöst. Vom öffentlichen Platz von La Cañada direkt in den zweiten Major der Saison – das klingt nach Hollywood, ist aber blanker Realität. Zwischen dem 14. und 17. Mai schlägt er in Pennsylvania seinen ersten Ball auf der ganz großen Bühne.

Sein manager bestätigt, die zahl nagelt auf
Javier Ballesteros, Sohn der europäischen Golf-Legende, gab die Wildcard gestern offiziell durch. Die Folge: Ayora wird der 70. Spanier, der jemals ein Major bestreitet. Die Liste beginnt 1920 mit Ángel de la Torre und endet – vorerst – mit einem Burschen, der in den vergangenen zwei Jahren 66 Turniere geackert hat. Nur der Südafrikaner Casey Jarvis übertrifft diese Marke mit 67 Starts.
Die Zahlen sind schonungslos. Ayora rangiert aktuell auf Position 103 der Welt, weit weg von den Top 100. Doch das Ranking lügt. Wer so viel reist, schlägt und puttet, der will nicht nur dabei sein, der will weg vom Fensterplatz. Sein Spielplan liest sich wie ein Kontinentalatlas: DP World Tour, Challenge Tour, Sunshine Tour – überall hat er Spuren hinterlassen.
Mit ihm starten in Aronimink auch Jon Rahm und David Puig. Drei Spanier, drei Generationen, ein Ziel. Die Bilanz des Landes in Majors: zehn Siege, fünf davon eingefahren von Severiano Ballesteros, zwei von José María Olazábal, zwei von Rahm, einer von Sergio García. Ayora tritt nun in diese Fußstapfen, ohne sich schon in ihnen zu verlieren.
Die Fairways von Aronimink sind berühmt-berüchtigt: eng, hügelig, mit Rough, das strafen will. Ayora kennt Strafe. Er wurde auf einem öffentlichen Course groß, wo jeder Schlag Zuschauer hat und jeder Fehler kommentiert wird. Genau diese Lautstärke wird ihn begleiten, wenn er das erste Tee in Pennsylvania betritt.
Die PGA of America vergibt ihre Einladungen nicht aus Nostalgie. Sie sucht Spieler, die Feuer machen. Ayora brennt. Seine Saison bisher: drei Top-10-Platzierungen, zwei Playoff-Duelle, ein Cut-Streak von neun Turnieren. Keine Sternchen, keine Hype-Geschichte – nur Resultate.
Wenn er am Donnerstag abschlägt, wird neben ihm ein Scoreboard stehen, das keine Herkunft verrät. Ob La Cañada oder Augusta – am Ende zählt die Zahl neben dem Namen. Ayora hat 66 Mal bewiesen, dass er bereit ist, diese Zahl zu schreiben. In Aronimink darf sie Geschichte werden.
